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Die Reise ....

Beitragvon attila » Do 7. Feb 2013, 21:57

... diesen Text habe ich in unserem kleinen Hundeforum entdeckt und mir erlaubt, ihn hierher zu kopieren - wer Hunde- oder Katzenbesitzer ist oder war, wird sich hier wiederfinden:

Die Reise
Bringst Du einen Welpen in Dein Leben, dann beginnst Du eine Reise – eine Reise die Dir mehr Liebe und Hingebung gibt, als Du Dir es je hättest vorstellen können, jedoch auch Deine Stärke und Deinen Mut herausfordern wird. Wenn Du es zulässt, wirst Du von dieser Reise vieles lernen, über das Leben, über Dich selbst und vor allem über die Liebe. Du wirst für immer verändert sein, denn eine Seele kann keine andere berühren, ohne ihre Spuren zu hinterlassen.
Entlang des Weges wirst Du lernen, die einfachen Dinge des Lebens zu schätzen – über Blätter zu springen, in der Sonne zu dösen, den Spaß einer Pfütze zu schätzen und die Befriedigung entdecken, die es macht, hinter den Ohren gekrault zu werden. Dein Haus wird schmutziger und haariger werden, Du wirst weniger dunkle Kleidung tragen und mehr Fusselbürsten kaufen. Du wirst Hundekekse in Deiner Tasche finden und Erklärungen abgeben müssen, weil eine Plastiktüte Deinen Teppich ziert, da der Welpe das Rascheln der Tüte liebt.
Du wirst das wahre Maß der Liebe entdecken – das unerschütterliche, unsterbliche, das sagt:“ es kommt nicht darauf an, wo wir sind und was wir tun, solange wir zusammen sind.“ Respektiere das, es ist das wertvollste Geschenk das irgendein lebendiges Wesen einem anderen geben kann. Du wirst es nicht oft innerhalb der menschlichen Rasse finden.
Und Du wirst lernen, bescheiden zu sein. Oft schäme ich mich beim Blick in die Augen meines Hundes. Soviel Freude und Liebe, nur weil ich da bin. Er sieht in mir nicht den fehlerhaften Menschen, der widersprüchlich und stur sein kann, launisch und grob, nur den wunderbaren Begleiter. Vielleicht hat er diese Eigenschaften auch bemerkt und sie nur als menschliche Marotten eingestuft, nicht wert sie weiter zu beachten und deshalb beschlossen mich sowieso zu lieben.
Wenn du gut aufpasst und lernst, dann wirst Du nicht nur ein besserer Mensch sein wenn die Reise zu Ende ist, sondern derjenige, den Dein Hund in dir gesehen hat, denjenigen, auf dessen Freundschaft man stolz sein darf.
Ich muss Dich warnen, denn diese Reise wird nicht ohne Schmerz sein. Wie auf allen Wegen wahrer Liebe ist der Schmerz Bestandteil der Liebe. So sicher wie die Sonne untergeht, wird eines Tages Dein geliebter Hund einen Weg gehen müssen, der Dir noch nicht bestimmt ist. Und Du wirst die Stärke und Liebe finden müssen, ihn gehen zu lassen.
Das Leben eines Hundes auf dieser Erde ist viel zu kurz – besonders für jene, die ihn lieben. In Wirklichkeit haben wir ihn nur für eine Weile geliehen und während dieser kurzen Jahre war er so großzügig uns all seine Liebe zu geben, jedes bisschen seines Geistes und seines Herzens, bis am Ende nichts mehr davon bleibt.
So wie aus dem Kätzchen von gestern all zu schnell eine Katze geworden ist, die alt und gebrechlich in der Sonne döst, so wird aus dem Welpen mit seiner grenzenlosen Energie eines Tages ein steifer, lahmer Hund mit ergrautem Schnauzhaar.
Tief im Inneren haben wir es immer gewusst, dass diese Reise zu Ende gehen würde. Wir wussten, gäben wir unser Herz hin, würde es gebrochen. Es ihnen zu geben ist aber unsere Pflicht, denn das ist alles was sie von uns verlangen.
Wenn die Zeit gekommen ist und die vor uns liegende Straße macht eine Kurve, die wir nicht mehr einsehen können, so machen wir ein letztes Geschenk und lassen ihn voraus laufen – noch einmal jung und ganz. „Viel Glück mein Freund“, werden wir sagen und hat die Reise einen ganzen Kreis geschlagen, werden sich einmal unsere Wege wieder kreuzen.
Zuletzt geändert von attila am Fr 8. Feb 2013, 00:57, insgesamt 2-mal geändert.
attila Offline


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Beitragvon Lira » Do 7. Feb 2013, 22:47

Gila, geht es Smokey so schlecht?
Wenn es soweit ist, kann man seinem Lebensfreund nichts Besseres tun, als ihn einschläfern zu lassen ohne weitere Qualen. Es langt, dass die Menschen leiden müssen, weil sie (auch trotz vorhandener Patientenverfügungen wie erst kürzlich im Bekanntenkreis erlebt) schmerzhaft am Leben gelassen werden, obwohl es keine Perspektive mehr gibt. So muss man das sehen. Vorteil Tier.
Ein Hund stellt die unvergleichliche Bereicherung eines jeden Menschenlebens dar, wenn der Mensch sich darauf einzulassen bereit und fähig ist. So habe ich das auch immer gesehen. Im Moment gehts halt grade nach über 30 Jahren Hundehaltung mit 5 verschiedenen vierbeinigen Freunden leider, leider nicht. Mitunter bereitet es mir beinahe körperliche Schmerzen, aber die Vernunft gebietet im Moment Verzicht.
Allen anderen wünsche ich ein wunderbares Leben mit ihren Vierbeinern.
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Beitragvon schienbein » Do 7. Feb 2013, 23:48


hi attila

... nach graupapagei, mehreren katzen und hund und der entscheidung vor ca. 7 jahren , wegen der verantwortung für ein tier , keins mehr haben zu wollen, muß ich dir trotzdem sagen, daß mich dein beitrag sehr beeindruckt hat. :roll:

... danke dafür ... es gilt für mich darüber nach zu denken. :)

... bis dann , irgendwann :)
Zuletzt geändert von schienbein am Fr 8. Feb 2013, 00:09, insgesamt 1-mal geändert.
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Beitragvon attila » Do 7. Feb 2013, 23:49

Hallo Isa - danke der Nachfrage ...
Es geht ihm mal besser und mal schlechter, wie es bei einem fast 13 jährigen, großen Hund mit einem solchen Krankheitsbild, sicher normal ist.
Gerade in dieser Situation, ist man wahrscheinlich empfänglicher für solche Zeilen.

Ich wünsche dir, dass deine Lebenssituation bald wieder einen Herzenshund an deiner Seite ermöglicht!!!
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Beitragvon Majaberlin » Fr 8. Feb 2013, 14:48

Hallo Gila,
das sind sehr liebevolle Zeilen. Ich kan das auch nachempfinden, unsere Tiffany ist ja jetzt schon 11 Jahre und für einen Leonberger ist das schon sehr alt. Wir sind jetzt für jeden Tag dankbar, an dem wir sie noch haben.
Nach 14 Hunden und 2 Würfen haben wir da schon allerlei miterleben müssen und dürfen. Es ist leider immer wieder schwer, und immer wieder schön.
Aber ein Leben ohne Hund ist für uns unvorstellbar.
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Beitragvon klausimaus » Fr 8. Feb 2013, 17:27

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Hallo !
Das sind wunderbare Zeilen und ich kann alles so bestätigen, auch, wie schmerzhaft es ist, seinen Liebling gehen zu lassen. Vor ca. 3 Wochen mussten wir unsere Ayka erlösen, sie wurde 14 1/2 Jahre alt und ich behaupte, sie hatte ein gutes und erfülltes Hundeleben. Da sie nicht mehr geheilt werden konnte und wir ihr immer versprochen hatten, sie müsse nicht leiden, wenn es denn mal so weit ist, haben wir dieses Versprechen eingelöst. Es tut, obwohl der Kopf sagt, dass es richtig war, trotzdem sehr weh.
Gruß Klausimaus
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Beitragvon Lira » Fr 8. Feb 2013, 18:33

Klausimaus, in meinen Armen sind drei meiner Hunde gestorben - durch die Spritze.
Es war jedesmal schlimm und jedesmal gut. Und - diese drei sind in meinem Garten begraben.
Die anderen zwei sind unter andern Umständen gestorben, mein letzter ganz tragisch, er ist in Lucca/Toskana von der Stadtmauer in den Tod gestürzt. Es war furchtbar. Ich musste dann den toten Hund mit einem Bediensteten in schwarze Säcke stecken, auf das Auto aufladen und dann kam er in die Müllverbrennung. Das wünscht man keinem. Dem Hundi nicht und dem Fraule auch nicht.
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