Auf dem Landweg von/nach Griechenland

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Ulrike M.
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Auf dem Landweg von/nach Griechenland

Beitrag von Ulrike M. » Do 9. Mai 2019, 10:36

Zu Fährverbindungen nach Griechenland gibt es im Forum gefühlte 1000 Beiträge, zum Thema Landweg fast nichts. Ich habe mich daher hier bemüht, einige Informationen zu diesem Thema zusammenzufassen.

Früher fuhr man auf dem berühmt-berüchtigten Autoput nach Griechenland. Dann kamen diese unsäglichen Jugoslawien-Kriege und der Verkehr nach Griechenland musste per Fähre abgewickelt werden.
Nach Jahrzehnten des Friedens bei unseren Nachbarn ist es absolut kein Abenteuer, wieder den Landweg nach Griechenland (oder zurück) zu nehmen.

Was spricht für den Landweg?
1. Man ist in der Planung völlig flexibel.
2. Für nicht Seefeste (wie uns) fällt die Angst vor der Schaukelei auf dem Schiff weg.

Für den Landweg nach Griechenland (und natürlich auch zurück) gibt es natürlich einige Varianten. Die beste Variante richtet sich wohl nach Ausgangspunkt und Endpunkt der Reise. Natürlich muss man auch berücksichtigen, dass man von der Heimat zu einem Fährhafen einiges an Kilometern abzuspulen hat. Das darf man bei Berechnungen natürlich nicht übersehen.


Variante 1: Über Österreich, Slowenien, Kroatien, Serbien und Nordmazedonien

Bei dieser Variante fährt man entweder über Österreich, Slowenien und Kroatien bis Beograd (Belgrad) und dann weiter auf der Autobahn über Nordmazedonien nach Griechenland, das man nördlich von Thessaloniki betritt.

Autobahnen:
Österreich: Vignette (< 3,5 t) oder Go-Box (> 3,5t)
Slowenien: Vignette (< 3,5 t) oder Box (> 3,5 t)
Kroatien: Maut, bezahlbar an Mauthütten in Kuna oder mit Kreditkarten, WoMos werden generell in Kategorie 3 eingestuft. 
Nordmazedonien: Maut, bezahlbar an Mauthütten in Denar oder mit Kreditkarten, WoMos werden generell in Kategorie 3 eingestuft. Mautpreise werden auch in Euro angegeben.
Qualität der Autobahnen durchwegs gut bis sehr gut

Grenzübergänge:
Derzeit sind Wartezeiten besonders zwischen Slowenien und Kroatien (Kroatien ist noch kein vollständiges Schengen-Mitglied) zu erwarten. An allen anderen Grenzen waren für uns im April 2019 die Wartezeiten sehr kurz. Meist werden Personalausweise und Reisepässe maschinell gelesen, besonders aber die Personalausweise. In Serbien werden (Stand April 2019) die Pässe bei der Ein- und Ausreise auch gestempelt. Die Grenzbeamten waren allesamt sehr freundlich.

Die Entfernung von der österreichischen Grenze in Spielfeld südlich von Graz bis zur griechischen Grenze beträgt auf dieser Strecke knapp 1100 km. 

Wir haben am ersten Tag die Etappe von Graz bis nach Belgrad (Campingplatz im Westen der Stadt an der Donau) gemacht, am nächsten Tag eine kleinere Etappe bis nach Vranje in Südserbien (ebenfalls Nächtigung auf einem kleinen Campingplatz/Stellplatz), die dritte Nacht verbrachten wir (mit einer Besichtigung unterwegs) bereits am Fuße des Olymp.

Variante 2: Über Österreich, Ungarn, Serbien und Nordmazedonien
Diese Variante bietet sich an, wenn man aus Deutschland kommend über Passau nach Österreich einreist (rund 1450 km bis zur griechischen Grenze).
Auch in Ungarn fällt Maut an. Die Wartezeiten an der ungarischen Grenze sind derzeit vor allem bei der Einreise von Serbien nach Ungarn angeblich sehr lang (mehrere Stunden?).

Variante 4: Über Österreich, Ungarn, Serbien und Bulgarien

Diese Variante bietet sich wohl an, wenn man weiter in den Osten Griechenlands fahren möchte oder von dort kommt.
In Bulgarien gibt es ebenfalls Autobahnmaut. Persönliche Erfahrungen zu diesem Land fehlen mir.

Variante 4: Über Österreich, Slowenien, Kroatien, Montenegro, Albanien und ein paar Kilometern Bosnien

In Albanien gibt es Autobahnabschnitte (noch mautfrei), in Montenegro fehlen diese vollständig, in Kroatien gibt es die Autobahn erst ab Ploce (am Neretva-Delta). Die Fahrt an der Küste ist zwar landschaftlich sehr schön, frisst aber sehr viel Zeit. Nicht zu unterschätzen sind hier die Wartezeiten an den Grenzübergängen (je nach Verkehrsaufkommen). Ein Bekannter, der im April 2019 auf dieser Strecke nach Griechenland mit dem WoMo einreiste, wurde völlig „zerlegt“, alles wurde durchsucht, auch Rauschgifthunde waren im Einsatz. 
Für Montenegro muss zwingend die grüne Versicherungskarte mitgeführt werden, es wird an der Grenze grundsätzlich kontrolliert. Bei der Einreise von Montenegro nach Kroatien wurde auch ein kurzer Blick in den Innenraum unseres WoMo gemacht.

Um schnell auf dem Landweg nach Griechenland zu kommen, ist die Adriaroute daher ungeeignet.

Unser Fazit (als Grazer): Der Landweg ist für uns absolut angenehm zu fahren und wir werden ihn wieder nehmen, wenn wir wieder einmal nach Griechenland fahren.

Beste Grüße,
Ui

 



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Re: Auf dem Landweg von/nach Griechenland

Beitrag von GO207 » Do 9. Mai 2019, 11:54

Hallo Ulrike,
vielen Dank für deine sehr ausführliche Beschreibung der verschiedenen
Landwege nach Griechenland.
Die Mehrzahl deiner geschilderten Routen bin ich so oder in ähnlicher
Form bereits gefahren.
Die für mich landschaftlich schönste Route, vorausgesetzt man hat ein wenig Zeit,
ist die Strecke an der Adria entlang.
Also von Rijeka nach Igoumenitsa oder wer in Griechenland Richtung Saloniki
reist, nimmt dann in Albanien die Route am Ohrid- und Prespasee vorbei.
Gruß
Horst



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Re: Auf dem Landweg von/nach Griechenland

Beitrag von nordlandfan » Fr 10. Mai 2019, 07:52

Hallo Uli,

und einbauen bei einer Variante 5. kann man auch noch den Westen /Mitte Rumäniens sowie die Mitte Bulgariens  und kommt dann nördlich Drama nach GR. 
Es gibt ja im Südosten Europas noch sooooviel zu entdecken. Wir versuchten dies erfolgreich schon die vergangenen 12 J, wenn es nur nicht so heiß wäre dort in dem uns zur Verfügung stehenden August. Kann man aber durch nächtliche Flucht in die Berge gut umgehen.
Wir sind ja Freunde des freien Womo-Reisens (mit vielen Pisten hintenrum und abgelegenen freiem Stehen) und bin schon sehr gespannt auf deinen Bericht. Ob ich da was wiedererkenne ?

Grüße, Heinz  
       



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Re: Auf dem Landweg von/nach Griechenland

Beitrag von Kerli » Fr 10. Mai 2019, 08:00

Hallo Ulrike,

vielen Dank für deine ausführlichen Infos.

Wir waren leider bisher noch nicht in Griechenland, steht aber mit ganz oben
auf unserer "Reiseziele-Liste"......

Allerdings würden wir wahrscheinlich doch lieber eine der Fährverbindungen von
Italien nach Griechenland nutzen, da wir noch in Vollzeit arbeiten müssen und wenn's
gut läuft, höchstens 4 Wochen Urlaub am Stück genehmigt bekommen.

Womo-Grüsse aktuell vom Gardasee
:cool1



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Re: Auf dem Landweg von/nach Griechenland

Beitrag von Ulrike M. » So 12. Mai 2019, 17:51

Hallo,

@GO207: Horst, ich stimme dir zu:
schnell = Binnenlandautobahn
schön = Adriaroute

@nordlandfan: Danke Heinz für die Ergänzung! Die Frage ist, wie das dann mit Autobahnmauten aussieht. Ich hab mich erst unlängst auf der bulgarischen Mautseite umgesehen. Aus dieser geht nicht hervor, wo ein WoMo < 3,5 t einzustufen wäre (ab der elektronischen Maut im August 2019). Aber noch ist das für uns kein Thema.

@Kerli: Jeder muss natürlich für sich entscheiden, wie es besser ist: Fahrt oder Fähre. Für uns persönlich ist die Fähre kaum ein Thema, weil wir zuerst in die "falsche Richtung" fahren müssten - wir wohnen ja quasi auf der Balkanroute. So geht es ja allen Ostösterreichern.
Ich habe diese Zusammenfassung eigentlich nur geschrieben, weil über den Landweg im Netz so wenig Aktuelles zu finden ist.

Beste Grüße,
Uli


 



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Re: Auf dem Landweg von/nach Griechenland

Beitrag von Joxy » Di 14. Mai 2019, 09:39

Schöner als der Adria Route zu folgen ist keine der anderen Routen...
Wer auf den Pelepones fährt muss auch die griechische Autobahn benutzen.... Ca 25 cent /km



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