Kabelbrand

Die Smalltalkecke für Reisemobilisten
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RipVanWinke
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Kabelbrand

Beitrag von RipVanWinke » Mo 18. Nov 2019, 13:48

Wir waren gestern kurz davor aufzubrechen und unseren sonntageinkauf zu machen und einer meiner nachbarn klopfte an die tuer und sagte seelenruhig “dein stromkabel ist am brennen”

Ich ging raus und das teil war echt in flammen...kurze besonnenheit , ueberlegen ob unser feuerloescher auch fuer elektrische feuer geeignet ist, was genau am brennen ist und war man anfassen darf und was nicht. Das der teil der am brennen war der stecker gewesen ist welcher in den ueberladeschutz ging habe ich den stecker an der “steckdose” rausgezogen. Und das feuer mit sand/kiesel geloescht.

Was genau passiert ist weiss ich noch nicht... unser surge protector ist 3 jahre alt und muss wind und wetter erdulden, ich hatte ihn aber vor 2 wochen das letzte mal ueberprueft und die anzeigen klappten einwandfrei...der stromanbieter hier hat probleme mit stromschwankungen und war schon ein paarmal Hier auf dem Campground...evtl haben die Schwankungen was damit zu tun ?

Wir haben zur zeit keinen grossen strom gezogen..Klimaanlage war aus und Heisswasser auch.

Der Stromanschluss wurde vom Elektriker ueberprueft und hat keine probleme, wir haben nun einen neuen stromkabel und der neue surgeprotector ist bestellt und kommt in 2 tagen.

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Re: Kabelbrand

Beitrag von Speedy » Mo 18. Nov 2019, 14:10

Häufige Ursache sind korrodierte Kontakte.
Trotz Korrosion läuft alles erstmal ganz normal - lediglich der Übergangswiderstand ist erhöht.
Am ehesten merkt man das wenn der Kühlschrank mit AES an Landstrom zwischendurch immer wieder auf Gas umschaltet.

Durch den Übergangswiderstand entsteht Wärme Leistung P = I² * R
Irgendwann ist das Teil dann so heiß dass es sich entzünden kann.
Im Alltag die häufigste Ursache für die Entstehung von Bränden durch Elektrizität.

Zum Glück ist dein Womo nicht abgefackelt!
 



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Re: Kabelbrand

Beitrag von Roland M. » Mi 20. Nov 2019, 00:59

Hallo!

Ja, an so ein Erlebnis kann ich mich auch noch nur zu gut erinnern!

1986 waren wir zum zweiten Mal in Canada (bei Verwandten) und den USA und hatten leider einen fahrenden Schrotthaufen als Miet-Womo.
Wenn ich mich richtig erinnere waren es 18 Werkstattaufenthalte in vier Wochen Mietdauer... Sagt wohl schon alles. [*]
Gott sei Dank war das eine große nordamerikanische Kette, die Werkstattleistungen wurden daher intern verrechnet, ohne unser Urlaubsbudget vorerst zu belasten. Leider war ein Tausch des Wohnmobils in den USA nicht möglich, weil wir beim kanadischen Ableger dieser Kette gebucht hatten (und weil dieser kurze Zeit später in Konkurs gegangen ist, was wohl der wahre Grund gewesen sein wird).

So landeten wir auch in Bakersfield, CA wieder in einer Werkstatt und das bei jenseits der 35°C.
Der undichte (an der Auflagefläche gerissene) Abwassertank wurde ausgetauscht.
In dieser Werkstatt waren (im Gegensatz zu wenigen anderen) alle Angestellten äußerst hilfsbereit und wollten den unfreiwilligen Aufenthalt für uns möglichst angenehm gestalten. So gab es auch selbstverständlich eine Steckdose für unsere Klimaanlage, dass wir auch im Fahrzeug erträgliche Temperaturen hätten (wir wurden selbstverständlich auch eingeladen, die Wartezeit im gut klimatisierten Büro zu verbringen).
So saßen wir eben im Wohnmobil, unser Bruder amüsierte sich königlich mit einem Buch von Karl Valentin, aus dem er zur Belustigung aller vorlas - werde ich nie vergessen! :)
Bis... tja, bis es plötzlich leise wurde. Die Klimaanlage war ausgefallen.
Der Grund war recht schnell gefunden: Der Stecker des Verlängerungskabels war in direktem Sonnenschein und wie erwähnt über 35°C bei einer Belastung von weit mehr als 16 A (Klimaanlage 1800 W / 110 V = 16 A plus Kühlschrank plus Batterieladegerät als wichtigste Verbraucher) einfach aus der Steckdose "geronnen", der Kunststoff ist einfach geschmolzen!

Neues Verlängerungskabel, neue Steckdose, alles gut! ;)


Roland



[*]
Jeder von uns hat Aufgaben übernommen, wenn wir auf einem Campingplatz ankamen, Strom anstecken, Abwasser ablassen (full hook up), Frischwasser anhängen, Gas aufdrehen, ...
Beim Abendessen:
"Hast du heute das Gas aufgedreht?"
"Nein, das hast doch du gemacht!"
Blicke senken sich ungläubig auf das gekochte Abendessen...
Tja, die Stellung des Ventilrades war egal...

Mechaniker kommt auf den Stellplatz wegen exzessiven Benzingeruchs im Fahrzeuginneren, wenn man volltankte.
Mechaniker liegt unter dem Fahrzeug und meint: "Wissen sie, dass es hier nach Gas riecht?"
Trockene Antwort: "Ja, möglich. Aber der Benzingestank übertönt alles!"

Fahrt über irgend einen Pass auch in Kalifornien (sorry, müsste ich erst nachdenken, wo das war, aber um diese Zeit ist das nicht mehr so einfach... ;) ), schön langsam verliert das Womo an Leistung. Erste Spur, Kriechspur, zurückschalten des Automatikgetriebes auf den 2. Gang, kurze Zeit später auf den 1. Gang, Motor stirbt ab, Womo steht. Ich sprinte nach hinten und melde (eher erleichtert): "Der Sheriff steht hinter uns!" Mein Vater hinterm Lenkrad nimmt das nicht so gut auf: "Will uns der jetzt bestrafen, weil wir ein Problem haben?!" Uli steigt aus und sieht, wie der Sheriff mit dem Fuß gegen die Stoßstange tritt. "No problem", meint dieser, bitte wieder einsteigen, Getriebe auf Neutral stellen und er erledige den Rest. Er hat nämlich mit seinem Fußtritt nur geprüft, ob es unsere Stoßstange aushielte, wenn er uns mit seinem Fahrzeug anschiebe. Also vorne ein totes Wohnmobil (keine Servobremse, keine Servolenkung! ;) ), dahinter versetzt die Polizei, die uns hinaufschiebt und über Außenlautsprecher Anweisungen gibt.
Tatsächlich war - oh welch Wunder - auf der Passhöhe eine Autowerkstatt. Noch während mein Vater damit beschäftigt war, ohne Servobremse und Servolenkung das Womo zu Stillstand zu bringen, stellte der Sheriff sein Auto im Schatten ab, nahm seine Lunchbox und - mittlerweile war ich Ohrenzeuge - ließ den Mechaniker wissen, dass das jetzt ein dickerer Fisch gewesen sein, er hätte 5 Meilen schieben müssen. Im anschließenden Gespräch erzählte er, dass ihn ein entgegen kommender LKW über CB-Funk verständigt hatte, dass da jemand Probleme hätte, er schon einige Zeit hinter uns gefahren wäre und nur mehr gewartet hätte, bis wir endgültig liegen geblieben wären.
Im Nachhinein, am Ende des Urlaubs, stellte sich heraus, dass der Auspuff undicht war, die heißen Abgase auf die Benzinleitung geströmt sind und somit am Vergaser kein Benzin, sondern für den Vergaser nur unnützer Benzindampf angekommen ist...

Tja, in solchen vier Wochen lernt man auch einiges an Schimpfwörtern in einer Fremdsprache ;) , die Drohung mit dem Anwalt wirkt gerade in Nordamerika auch recht gut, die Kostenrechnung "Gesamtkosten durch geplante Zeit minus Werkstattaufenthalte" ergab auch eine schöne Differenz und so bekamen wir wenigstens einen durchaus fairen Anteil rückerstattet.



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