Seitenscheibe wird "Milchig"

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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von rundefan » Mi 29. Okt 2014, 15:47

Hallo Wolfgang ( jion )!

Ist die betroffene Scheibe eine aus Glas bestehende Isolierglasscheibe? Wenn ja, frag ich mich, was da denn extra neue Scheiben angefertigt werden müssen.
Sollten es Kunststsofffenster sein, brauchst Du nicht weiterlesen, da hab ich keine Ahnung von. Bei Isolierglasfenstern geht man eigentlich so vor: Normalerweise wird in so einem Fall eine Bohrung in den Abstandhalter der Scheiben gesetzt. Der Hohlraum mit getrockneter Luft ausreichend lange gespült und ggf. mit einem Edelgas gefüllt( das wäre schon die Luxusvariante), i.R wird ein Vakuum erzeugt und die Borung wieder Gasdicht verschlossen.
Aus Deiner Beschreibung der beschlagenden Seitenscheibe gehe ich davon aus, dass die Klebung an einer Seite des abstandhaltenden Stegs nicht hält. Also als Arbeitsschritt herausfinden, wo genau das der Fall ist, dann den oben beschriebenen Schritt des Innenraumtrocknens durchführen und den gesamten Bereich fachmännisch versiegeln. Ich würde für so etwas keine Extrakilometer fahren, sondern bei einer örtlichen Fensterbaufirma, die ja ihren Zulieferer für Isoscheiben hat, mal nach einer Kontaktanschrift fragen, um diese dann, nach telefonischer Vorklärung, aufzusuchen. Es werden ja auch goße Terassentüren und Fenster auf ähnliche Weise wieder in Stand gesetzt.



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von womisigi » Mi 29. Okt 2014, 16:54

ich hatte den Fall letztes Jahr auf der Beifahrerseite vorne, wurde auf Garantie getauscht, jetzt fängt die Scheibe auf der Fahrerseite an, immer bei starker Sonneneinstrahlung, ich habe es bereits bei Concorde gemeldet und die Scheibe wird nun nach der Garantie auf Kulanz ersetzt.



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von jion » Mi 29. Okt 2014, 18:06

Vielen Dank Werner,

ich werde dies mal bei unserem Glaser meines vertrauens anbringen.

Ich zitiere hier mal wie man mir auf meine Frage der Regenerierung geantwortet hat:

"Sehr geehrter Herr XXXXX,

die Regenerierung ist prinzipiell möglich, es zeigt sich jedoch erst nach dem Ausbau und dem Zerlegen der Thermoscheibe, ob die Regenerierung so gut wie rückstandsfrei gelingt. Dabei spielt eher eine Rolle, wie lange und wie tief sich die Kalkablagerung auf der Scheibe befindet. Und selbst dann können nach unserer Erfahrung recht gute Regenerierungsergebnisse erzielt werden.

Im Laufe der Zeit haben wir diverse Wohnmobilscheiben anfertigen lassen und diese auf Lager. Sie können uns nochmals ein Bild der betroffenen Scheibe senden und ein Maßband auflegen (höchste Höhe und breiteste Breite), so dass wir ermitteln können, ob wir diese Scheibe sogar vorrätig haben.

Dennoch ist der Vorgang der Regenerierung nicht ohne Risiko. Es kann sein, dass das Glas nicht mehr zufriedenstellend poliert werden kann, vielleicht eine Scheibe zu Bruch geht oder gar die Tour umsonst war, weil Ihnen die Beratung vor Ort eine andere Entscheidung nahelegt. Die Entscheidung liegt bei Ihnen, ob Sie unsere Dienstleistung nutzen möchten oder nicht."

Zitat Ende, das war dann der Grund, weshalb ich nicht über 500 Km zu dieser Werkstatt gefahren bin.



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von rundefan » Mi 29. Okt 2014, 19:05

Hallo Wolfgang!

Meine Zeit in der Flachglasindustrie ist eigentlich schon zu lange her. Aber, da stellt sich mir die Frage, woher sollen die Kalkablagerungen kommen.

Flachglas ist chemisch gesehen, einfach ein Schmelze, die im Verhältnis von ca. 75 % SiO2, 13.% Na2O und Restmenge aus einem Verhältnis von CaO un K2O. ( Für Laien bedeutet das, in den genannten Verhältnissen Sand, Soda und Kalk mit einigen speziellen Zuschlagstoffen bei 1600° erschmolzen. Die vielen kleinen Bestandteile, die ich hier nicht einzeln aufführen möchte, da sie möglicherweise in den letzten Jahren doch ein wenig variierten. Eine genaue Analyse würde dann auch diese in ihren Prozentanteilen dargestellen, für den Laien reicht die obige Angabe aber.

Du hast die Scheibe ja nicht mit fließendem Wasser von innen gespült. Es kann natürlich sein, dass die Undichtigkeit schon so lange vorliegt, das es zu Auslaugungen der Innenseite einer Scheibe gekommen ist. Kann man als Ferndiagnose ja nicht anhand eines Bildes sehen. Meine Kenntisse von Isolierglasregenaration bezieht sich auf solche Scheiben, die in Terassentüren blind wurden. Da drang idR. schlicht Luft ein, die bei Temperaturwechsel sich in Ausfällungen von Wasser an der Innenscheibe zeigten. Auf gut Deutsch, die Scheibe beschlug. Nach ausgiebiger Trocknung mit getrockneter Spülluft verzog sich der Beschlag, alles weitere ging dann, wie in meinem vorherigen Post Post beschrieben.

Die Suche nach Undichtigkeit könnte man mit eingefärbter Flüssigkeit durchführen. Scheibe untertauchen und schauen, wo die Flüssigkeit eindringt, dann den Steg Anbohren, Trocknen und wieder Verschließen. Optimal die Scheibe vor dem Verschließen evakuieren. Hat, wie bei einer Thermosflasche, die beste Isolationswirkung, extrem trocken Luft tut es aber auch.

Ich habe mein Wissen nach dem Studium der technischen Glaserzeugung, u.a. in der Versuchsabteilung des Vegla-Werkes in Herzogenrath und der Arbeit an der dortigen Floatglas-Anlage gewonnen, bevor ich in die Hohlglaserzeugung wechselte. Das ist nun schon viele Jahre her, von der Technik wird sich aber sicher nichts weltbewegendes geändert haben.

Zu dem Unternehmen kann ich naturgemäß nichts sagen, mir ist nur nicht ganz klar, was die mit ihren Aussagen bewirken wollen. Sollte es sich definitiv um eine Kalkablagerung handeln, werden sie diese mit Trocknen nicht entfernen können. Die Aussage "nach Zerlegen der Thermoscheibe" bedeutet schlicht, dass sie das Abstandprofil vollflächig lösen wollen, dabei könnte eine Scheibe zu Bruch gehen, je nachdem, wie sachkundig die Durchführenden sind. Dann wird man nach Reinigung der Klebeflächen an beiden Scheiben ein neues Profil aufbringen wollen. Ob das unbeding notwendig ist, kann ich nicht beurteilen, weil ich auch nicht weiß welche Art von Gewährleistung das Unternehmen geben will.

Wie steht eigentlich N+B zu dem Fall bei Deiner Scheibe. Gibt es für Deinen Typ nicht noch Ersatz-Isolierscheiben von denen, oder sind die so teuer, dass Du einen anderen Weg gehen musst/willst.

Sei mir nicht böse, ich müsste mich zu einem sehr ausführlichen Beitrag hinreißen lassen, wenn ich aus meiner Sicht die einzelnen Äußerung des "Experten" hier mit technischen Begründungen aus meinem Studium besprechen wollte.



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von jion » Mi 29. Okt 2014, 21:17

Werner,

natürlich bin ich nicht böse, eher im Gegenteil, danke für deinen Sachkundigen Beitrag.
N+B können das Seitenfenster "besorgen", verweisen aber auf eine Werkstatt ganz in der Nähe. Da man aber nur das komplette Seitenfenster tauschen müsse, liegen die Kosten für eine Reparatur bei ca 1/3 eines Neuen Fensters.
Wie schon geschrieben, werde ich mal bei unserem Glasermeister fragen, ob er sich das Fenster einal ansieht.



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MEKUWA Seitenscheiben undicht

Beitrag von kmfrank » Mi 10. Jun 2015, 15:17

Hallo Zusammen,

möchte das Thema aus aktuellem Anlass noch einmal nach oben holen.

Es gibt bei MEKUWA Fenstern erhebliche Probleme mit undichten Isolierglasscheiben neuer Baujahre. Was ich so in verschiedenen Foren lesen konnte, so ab Bj 2011 bis auf jeden Fall 2013.

Kostenfrei werden die Scheiben nur während der Garantie ausgetauscht, danach Kulanz. Hier habe ich was von 1000€ / Scheibe gelesen :shock: plus Anfahrt usw.

Solche MEKUWA Fenster sind bestimmt auch bei integrierten Hymern und Co. verbaut.

Mein Tipp zum Dichtheitstest der Scheiben, nachts möglichst kalt stellen, dann morgens in die pralle Sonne. Nach 1-2 Stunden seht Ihr das die Scheiben innen anfangen zu beschlagen.
Das sind die Beobachtungen an meinen Scheiben, welche aber von der Fa. Shipcar aus Italien waren. Habe die Scheiben seinerzeit regenerieren lassen, was aber auch 1000€ / Scheibe gekostet hat.



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von jion » Mi 2. Nov 2016, 18:52

Hallo,

hier mal ein kleiner "update"
nachdem der TÜV- Onkel so langsam die Stirn runzelte, und der Gute Mensch mir zu verstehen gab, dass ich wohl irgendwann nichts mehr durch das Fenster sehen könne, war handeln angesagt. Wir haben uns entschlossen ein neues Fenster einbauen zu lassen. So sah das aus. jetzt habe ich wieder den "klaren Durchblick"

https://abload.de/img/2016-09-3015.45.229gs3l.jpg

https://abload.de/img/2016-09-3015.45.43i8snv.jpg

https://abload.de/img/2016-09-3015.58.147kszj.jpg

https://abload.de/img/2016-09-3015.58.217usz1.jpg



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von kmfrank » Mi 2. Nov 2016, 20:05

Hallo Wolfgang,
was hat denn der Spaß gekostet?

Hallo Werner,
habe einige ortsansässige Glaser auf eine, wie auch immer ausgestaltete Reparatur angesprochen, Alle haben, teilweise nach Rücksprache, auf den Fahrzeughersteller verwiesen.
Ein Fall ist bei Concorde bekannt, das nach dem erneuern der Scheiben diese erneut undicht wurden.
MEKUWA verkauft nicht an Endkunden wohl auch nicht an Glaser.
Was mich ärgert, wenn man schlechte Qualität liefert, dann auch noch die Kunden abbügelt oder ist das Ganze nur ein Geschäftsmodell? Kannst Du Glaser nennen, die Scheiben trennen und neu verkleben?

Bei der Regeneration meiner Scheiben bei Pötschke in Bautzen wurden die milchigen Rückstände auf der Innenscheibe mit einem handelsüblichen Kalklöser entfernt, mit gutem Erfolg.



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von jion » Mi 2. Nov 2016, 20:48

Hallo Michael,

die Reparatur hat stolze 2700 Teuros gekostet ! :shock: :o , ein Freund von mir hat das gleiche Problem bei seinem Concorde, er hat ebenfalls ein Neues Fenster bestellt, und bei ihm kostet der Spaß noch mal einen tausender mehr !



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Re: Seitenscheibe wird "Milchig"

Beitrag von schienbein » Mi 2. Nov 2016, 21:43

jion hat geschrieben:Hallo Michael,

die Reparatur hat stolze 2700 Teuros gekostet ! :shock: :o , ein Freund von mir hat das gleiche Problem bei seinem Concorde, er hat ebenfalls ein Neues Fenster bestellt, und bei ihm kostet der Spaß noch mal einen tausender mehr !
U N G L A U B L I C H :shock:

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