Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

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Ulrike M.
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Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

Beitrag von Ulrike M. »

Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande
oder
Ahnen, Nachtigallen, Schiffe und Campertreffen

Ostern 2024 war uns für eine längere Ausfahrt einfach zu früh. Deshalb sollte es Ende April losgehen, da wir ohnehin zu Himmelfahrt und Pfingsten zu zwei Campertreffen nach Deutschland wollten. Nach einigen Terminen und Betreuungsstress im Freundeskreis wurde es auch Zeit, Abstand vom Alltag zu nehmen.
Am Mittwoch, den 24. April 2024, geht es los. Zwei Tage zuvor hatte es hier in Österreich bis in tiefe Tallagen geschneit. Sollen wir wie so oft auch diesmal mit drei Pässen beginnen? Warum auch nicht, die Straßen sind ja nur mehr salznass oder gar trocken, auch wenn neben der Straße Schnee liegt. So „erklimmen“ wir drei Pässe (Gaberl, Triebener Tauern und Pötschenpass) mit rund 1550 m, 1270 m und 990 m Höhe und sind froh, dass uns die Heizung wohlige Wärme gibt.

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Am späten Nachmittag erreichen wir den Stellplatz in Burghausen. Es stehen nur zwei Wohnmobile auf dem großen Platz, wir suchen uns ein Plätzchen mit festem und halbwegs trocknem Untergrund und lassen die Seele baumeln. Und nachts singen die Nachtigallen…

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Der leichte Regen hat sich während der Nacht gelegt und wir fahren bei trockenem Wetter weg. Auf der Bundesstraße geht es Richtung Landshut, wo uns ein Graupelschauer empfängt, und dann weiter über Ingolstadt nach Schwäbisch Gmünd. Warum Schwäbisch Gmünd?  Hier wurde 1766 unser 4-fache Urgroßvater (also der Ururururgroßvater) Franz Messerschmidt geboren, lernte in der damals berühmten Goldschmiedestadt das Handwerk des Goldschmieds, ging dann wohl auf Wanderschaft und schlug um 1790 in Wien auf, wo er 1792 heiratete und bis zu seinem Tod lebte. Die Familie Messerschmidt ist bis 1570 in Schwäbisch Gmünd nachverfolgbar, also wollen wir uns hier ein wenig umsehen, in welchem Umfeld unsere Ahnen gelebt haben.

Der Stellplatz in Schwäbisch Gmünd gefällt uns gar nicht: ein wenig verwahrlost, winzige (markierte) Plätze, die noch dazu schief oder buckelig sind. Das muss nicht sein, auch nicht für „nur“ eine Nacht. Ein Parkplatz unweit des Bahnhofs erweist sich als Parkplatz zwar gut geeignet, doch übernachten wollen wir hier auch nicht. Schnell suche ich einen besseren Übernachtungsplatz heraus, dahin sind zwar rund 40 min Fahrzeit, doch das stört uns nicht. Und 40 Minuten später schlagen wir auf dem schönen Stellplatz am Voralbbad in Heiningen auf. Von den acht Plätzen sind noch drei frei, also haben wir die Qual der Wahl.

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Nach einer ruhigen Nacht, in denen man nur eine Nachtigall singen hört, machen wir nach dem Frühstück, der Ver- und Entsorgung und einem kurzen Zwischenstopp beim Bäcker wieder auf den leicht bergigen Weg vorbei an der Ruine Hohenstaufen nach Schwäbisch Gmünd. Hier parken wir am Parkplatz beim Bahnhof, packen Fotoapparat und Regenschutz und machen uns auf Ahnentour. Das Städtchen ist klein, es gibt zahlreiche sehr schöne Fachwerkbauten, aber auch Sünden aus der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts.

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Den Regenschutz haben wir „natürlich“ nicht gebraucht, dafür ist es recht warm geworden. Müde kehren wir zum WoMo zurück und gönnen uns erst einmal Kaffee und Kuchen und viel Wasser, dann überlegen wir, wie es weitergehen soll.
Dem Navi wird ein Ort im Schwarzwald eingegeben, munter führt es uns zunächst auf der Schnellstraße dahin und wir meinen, dass es auf die Autobahn geht. Doch plötzlich sind wir mitten in Stuttgarts Umweltzone gelandet, die wir eigentlich meiden wollten. Die Ordnungshüter kontrollieren nur den ruhenden Verkehr, so wir bleiben relativ entspannt. Im heftigen Freitagnachmittagsverkehr queren wir Stuttgart und sind dann irgendwann endlich draußen aus der Umweltzone. Und bald umfängt uns der friedliche Schwarzwald, natürlich schon bald mit der ersten Umleitung. Der kleine Stellplatz in Freudenstadt ist voll, auf dem Parkplatz des Freibades wollen wir nicht stehen, auch wenn alles frei ist. Nächstes Ziel ist Breisach am Rhein. Natürlich gibt es unterwegs wieder eine (landschaftlich sehr schöne) Umleitung. Auch der Stellplatz in Waldkirch ist voll bis auf den letzten Platz, wohl weil er gratis ist.
Breisach erreichen wir in der tiefen Dämmerung und es gibt hier noch einige freie Plätze, wir stehen weit vorne am Rhein in der zweiten Reihe. So ist es gut! Und „endlich“ beginnt es wieder einmal zu regnen…

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Der Samstagmorgen empfängt uns mit Sonnenschein! Frühstück, ab zur Entsorgung, ab nach Frankreich! Bei Colmar wird in einem Supermarkt eingekauft: Baguette, Käse (Munster, Comté), Wein, Brioche. Das Herz und der Magen begehren nicht mehr. Dann geht es über Munster auf den Col del la Schlucht: Winter und Sonne empfangen uns hier! Die Skilifte sind zwar schon abgestellt, aber Kinder und Jugendliche vergnügen sich auf der Piste mit Rodeln.

Wir fahren weiter und erreichen kurz nach 13 Uhr den Stellplatz in Charmes nördlich von Épinal. Hier waren wir schon ein paarmal und es gefällt uns immer wieder. Man checkt am Automaten mit Karte ein, dann öffnet sich die Schranke und ein ziemlich leerer Platz erwartet uns. Wir kochen Kaffee und essen ein Stück Kuchen, wir genießen die Ruhe, das doppelte Läuten der Kirchenglocke (das stammt aus einer Zeit, da es noch keine Ziffernblätter gab und das doppelte Läuten sicherstellte, dass man wusste, wie viel es geschlagen hatte). Wir schauen einem Storch beim Nestbau zu und beschließen, eine zweite Nacht hier bleiben zu wollen. Im WoMo ist es gemütlich, draußen pfeift kalter Wind.

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Am nächsten Tag, dem Sonntag, schauen wir uns das Städtchen an, dass außer den Resten einer Befestigung zum Kanal hin, wo wir gerade mit dem WoMo stehen, nicht viel Sehenswertes hat – kein Wunder, wurde doch Charmes im Laufe der Geschichte mehrmals heftig gebeutelt und zerstört, zuletzt 1944 von den abziehenden deutschen Truppen. Danach hat man das Städtchen wohl möglichst schnell aufbauen müssen und konnte auf Charme in Charmes nicht achten.

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Aber es gibt zahlreiche Läden, die den Bedarf der Bevölkerung decken, der Bäcker hat auch sonntags offen, wir kaufen eine herrliche Nascherei für die Kaffeejause und Baguette für den Abend. Und nachts schlagen auch hier die Nachtigallen.

Am nächsten Morgen, am Montag stellt sich dann die erste schwierige Frage: „Wohin werden wir heute fahren?“ Westwärts. Was geben wir dem Navi ein? Reims ohne Autobahn. Das Navi führt uns durch viel Landschaft, durch ein nicht allzu reiches Gebiet, wie es scheint. Dann wird auf den Nebensträßchen eine gallo-römische Ausgrabung angekündigt. Auch gut. Das sehen wir uns einmal an. Richtig: in Grand, einem kleinen Städtchen im Nirgendwo, gibt es ein römisches Amphitheater und Mosaike. Kurz auf das Amphitheater von außen einen Blick geworfen – dann zurück ins warme WoMo, denn es beginnt schon wieder zu regnen und die Sache schließt ohnehin für heute. Gut, aber auf dem Parkplatz kann man super Mittagspause machen, da ist ja sogar ein offizieller (leerer) Stellplatz. Bei einem heißen Kaffee mit Kuchen, ballernder Heizung und leichtem Regen draußen genießen wir.

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Weiter geht es! Am späteren Nachmittag tauchen die Hügel der Champagne auf, das Navi führt uns durch hübsche Dörfer und ich denke nicht einmal ans Fotografieren. Schließlich erreichen wir den Stellplatz südlich von Reims direkt an der D951. Der Platz ist sehr schön angelegt, hat gratis Ver- und Entsorgung und kostet auch so nichts. Alles gratis. Nur Strom gibt es nicht. Die Straße ist zwar (obwohl wegen eines Waldes) noch in Hörweite, aber nachts ist es ausgesprochen ruhig – bis auf die Nachtigallen.

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Der nächste Morgen empfängt uns mit dickem Nebel wie im November. Puh! Wohin wir weiterfahren, ist uns noch nicht ganz klar, als erstes wollen wir aber zu SuperU an der Umfahrungsautobahn von Reims, das wir vor einigen Jahren besichtigt haben – die Kathedrale ist eine gotische Wucht! Doch diesmal wird nur eingekauft. Als bei der Abfahrt Roland mich um die Daten für das Navi bittet, meine ich so nebenbei: „Ob im Atlantik Wasser ist?“ „Das müssen wir kontrollieren“, ist die prompte Antwort, das Navi wird auf Calais gestellt – los geht’s! 

Zuerst meiden wir die Autobahn, dann lassen wir sie doch zu, um ein wenig Terrain zu gewinnen. Um Lille gibt es Stau, den uns das Navi souverän umfahren lässt, dann habe ich einen Stellplatz für die Nacht ausgesucht, den wir anfahren werden. 
Der Stellplatz liegt in Aire-sur-la-Lys und war wohl einmal ein Camping municipal, der zu einem Stellplatz umgestaltet wurde. Nur im hinteren Bereich gibt es einige Dauercamper. Der Platz liegt direkt am Gästehafen eines Kanals. Man checkt auch hier per Automaten ein und findet dann Plätze mit festem Untergrund, eine winzige Sanitäranlage und Ver- und Entsorgung. Auch Strom ist im Preis inkludiert. Hier genießen wir den friedlichen Abend und nachts den Gesang der Nachtigallen.

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1. Mai und Sonnenschein! Das ist herrlich. An allen Straßenecken werden Maiglöckchen verkauft, die dann an geliebte Menschen verschenkt werden – ein Brauch, den ich von hier nicht kenne. 

Das Navi wird mit dem Ziel „Bray-Dunes, Autobahn vermeiden“ gefüttert und eine gute Stunde später finden wir am Ende dieses französischen Grenzortes zu Belgien ganz in Strandnähe für unser WoMo einen sehr guten Parkplatz. Ist der Atlantik da? Ja, er ist da, das waren also keine Fake-News! Wir genießen den Ausblick auf Strand und Wasser, das mediterrane Flair, die warme Luft, den Geruch nach Meer. Ach, ist das schön!

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Zuletzt geändert von Ulrike M. am Di 4. Jun 2024, 09:53, insgesamt 1-mal geändert.


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Re: Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

Beitrag von Ulrike M. »

Nach Kaffee und Kuchen im WoMo geht es weiter über die Grenze und dann die belgische Küste entlang. Ach, ist das hässlich! Fast durchgängig ist die Küste mit Hochhäusern verbaut, kein Blick aufs Meer. Dichter Verkehr von de Panne bis Ostende, nein, hier wollten wir nicht bleiben. Erstmals fuhren wir 2001 entlang, übernachteten im fürchterlichen „Camping Ideal“, es hat sich wohl nichts geändert, eher zum noch schlechteren gewendet.

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Ich suche einen Stellplatz in den Niederlanden, werde fündig, wir geben die Koordinaten ins Navi und fahren ins Landesinnere. Vorbei an Antwerpen geht es nach Norden, unter der Schelde geht es mautpflichtig durch, die Straßen sind schlecht. Dann kommt die Grenze in die Niederlande, die Straße wird bestens, der Verkehr ist recht intensiv. Dann queren wir einen Wasserweg mit Schleusen und großen Schiffen, biegen nach Westen ab – und stehen im Stau. Stockend geht es vorwärts – Verkehrsüberlastung. Doch schon bald müssen wir „ins Land“ abbiegen und es geht zu unserem Stellplatz. Welch eine tolle Aussicht auf die viel befahrene Schifffahrtsstraße Volkerak! Der Wind bläst, es ist warm und wir schauen uns die Augen aus dem Kopf.

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Am nächsten Morgen wollen wir einmal einkaufen, im übernächsten Ort Nieuwe-Tonge gibt es einen SPAR, der wird wohl was für uns haben. Winzige Sträßchen durch den Ort, dann stehen wir vor dem kleinen Markt, parken ist möglich. Besonders Begehrenswertes finden wir nicht, das Nötige finden wir. Wir kaufen einen lokal produzierten Käse, der zwar schmackhaft aber für uns zu butterig ist.

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Als nächstes fahren wir über einen Damm nach Norden, es geht vorbei an Europoort, Rotterdam, Den Haag und Amsterdam. Auf der Autobahn ist viel, viel, viel Verkehr. Irgendwann wollen wir auch Pause machen, doch es tauchen keine Parkplätze auf, dann „füttern“ wir eben nur unser WoMo an einer Tankstelle und fahren dann Richtung Edam ab. Dort wird es wohl einen Parkplatz geben. Auf der recht frustrierenden Suche treibt es uns hinaus an den Damm zum IJsselmeer und dort finden wir dann auch endlich ein Plätzchen, wo wir Kaffee kochen. Auf den Damm kommt man hier leider nicht, da ist alles umzäunt. Erst auf der Weiterfahrt können wir bei Hoorn einen Blick auf das IJsselmeer erhaschen.

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Nun geht es wieder auf die Autobahn und über den Anschlussdamm zu Ijsselmeer.

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Ziel des heutigen Tages ist der Stellplatz „Zwarte Haan“ (Schwarzer Hahn), ein schönes Plätzchen hinter dem Nordseedeich. Wir genießen Abend und Nacht, natürlich wieder mit Nachtigallengesang.

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Der nächste Morgen ist wolkig, nebelig, verhangen. Wir wollen wieder nach Deutschland. Zu Mittag kaufen wir bei edeka in Weener ein und schnabulieren eine Kleinigkeit, dann führt uns das Navi abseits der Autobahn über Stock und Stein zum Stellplatz in Rechtsupweg. Das liegt ein paar Kilometer südlich von Norden und bietet einen kostenfreien Stellplatz in absolut ruhiger und schöner Umgebung. Hier waren wir im Vorjahr auch schon einmal.

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Der nächste Tag begrüßt uns mit Sonnenschein! Wir fahren noch zur Ver- und Entsorgung, die ca. 1 km entfernt ist, und dann Richtung Norden. Kurz vor Norddeich biegen wir nach Osten ab, um die Küste entlangzufahren. Da man von der Straße aus nichts von der Nordsee sieht, biegen wir dann auch noch einmal bei Nessmersiel kurz zum Meer. Parkmöglichkeit für ein bis zwei Stunden, eben eine längere Mittagspause, finden wir keine, also gibt es nur einen kurzen Blick auf das Wasser. In Harlesiel fahren wir kurz bis zum Stellplatz vor, auch hier hält es uns nicht. Hier stehen die Fahrzeuge sehr eng, Meerblick aus dem Fahrzeug hätten wir hier auch nicht. Und der ganze Wirbel rundum ist uns einfach zu viel.

In Wittmund fahren wir zum Stellplatz, der auch voll ist, aber daneben können wir gut Mittagspause machen. Wir wollten hier auch nicht bleiben, da ist uns die Straße zu viel befahren. Wir sind wählerisch…

Wohin weiter? Wir haben noch ein paar Tage Zeit bis zum ersten Forentreffen. Horstmar? Ja, da fahren wir hin, vielleicht können wir ja Helene überraschen. Das gelingt uns leider nicht, aber wir bekommen einen ruhigen Platz für die Nacht, nur von weitem hört man eine Nachtigall.

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Nach einem schönen Tag empfängt uns ein trüber Morgen. Wie geht es weiter? Im Vorjahr hat es uns in Landesbergen an der Weser so gut gefallen. Sollte es dort noch einen freien Platz geben, können wir ja eine oder zwei Nächte bleiben. Es gibt dort noch ein paar freie Plätze und wir bleiben zwei Nächte und genießen Ruhe und Aussicht – und nachts den Gesang der Nachtigallen.

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Mittwoch vor Himmelfahrt ist gekommen – Zeit uns zu unserem Forentreffen der Mobilen Freiheit aufzumachen! Ver- und Entsorgung wird gemacht, dann geht es entlang der Weser nach Holzminden, wo schon viele Teilnehmer angekommen sind. Wir machen es uns gemütlich und genießen die Tage bis Sonntag bei prächtigem Wetter, quatschen über Gott und die Welt und freuen uns über viele altbekannte und neue Gesichter.

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Sonntag, Abreisetag für die meisten Teilnehmer des Treffens. Auch wir machen uns nach Süden auf ohne fixes Ziel. Da wir bei der Ver- und Entsorgung so lang warten müssen, kommen wir erst um halb zwölf weg. Erstes Ziel soll Hannoversch Münden sein. Sollte es uns dort am Stellplatz gefallen, würden wir gleich einmal bleiben. Es gefällt uns nicht: zu viel Trubel.
Wir fahren weiter Richtung Bad Sooden-Allendorf, finden einen schönen Rastplatz für die Mittagspause. Vor Bad Sooden sehen wir uns den Stellplatz am Grenzlandmuseum an. Dieser wäre nicht so schlecht, aber für die frühe Stunde nicht gut genug. Grenzlandmuseen haben wir schon mehrere in Deutschland gesehen, also geht es weiter. In Eschwege fahren wir nach Osten Richtung Eisenach, durchqueren die Stadt, fahren an den Parkplätzen zur Wartburg vorbei, wo heftiger Trubel herrscht.

Ziel ist heute der Stellplatz in Bad Salzungen.
Stellplatz? Von der Anlage her ist das eher ein Campingplatz, es gibt eine Rezeption und relativ große und schön gelegene Stellflächen, die allesamt allerdings sehr schief sind. Es gibt keine Sanitäranlagen und nicht ganz geringe Preise.

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Aber wir stehen schön an einem Seitenarm der Werra und schauen ins Grüne. Das Bähnle hinter dem Platz fährt nur selten und ist nicht störend. Gegenüber sind viele Wege zum Spazieren und nachts gibt es natürlich – man erahnt es – Nachtigallen.

Guten Morgen und ab zum Einkaufen! Der Kühlschrank will befüllt werden. Dann fahren wir Richtung Tann an der Rhön und von dort auf die Wasserkuppe. Hier könnten wir ja vielleicht uns einen Kaffee kochen? Vielleicht – wären die (kostenpflichtigen) Parkplätze für Wohnmobile nicht so entsetzlich schief. Da rutscht uns doch die Kaffeekanne vom Herd! Die Aussicht ist nett, der kurze Abstecher hat uns nicht gestört. Natürlich finden wir in der Folge auch keinen Parkplatz. Dann muss eben ein Stellplatz herhalten, vielleicht ist der ja so schön, dass wir gleich bleiben wollen? 
So schön ist der Platz nicht, aber wir können endlich unseren Kaffee kochen und Kuchen essen. Und dann überlegen wir, wie es weitergehen soll. 

Erstes mögliches Ziel ist der Stellplatz am Kurpark in Bad Neustadt. Hier bleiben wir, auch wenn die Bahn tagsüber „über die Köpfe fährt“, aber nachts ist es ruhig. Wir vertrödeln die Zeit, ich mache, obwohl es ziemlich warm geworden ist, eine kleine Runde durch den Park.

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Am nächsten Morgen ist es wieder schön, unser Ziel soll Haßfurt am Main sein, wohin wir uns auf Nebenstraßen auf den Weg machen. In Haßfurt wird als erstes die Gasflasche gewechselt, dann bei edeka eingekauft, ehe wir zum Stellplatz fahren. Und wirklich: Ganz vorne direkt am Mainufer ist ein schattiges Plätzchen frei, wohl weil man hier keinen Satellitenempfang hat. Das stört uns aber nicht, wir haben weder Satellitenspiegel noch Fernseher. Und weil wir ein solch gutes Plätzchen haben, bleiben wir zwei Nächte und gehen am zweiten Tag eine kleine Runde durch das Städtchen.
Und weil wir hier schon so oft waren, gibt es kein einziges Bild...

Nach zwei Nächten brechen wir aber gern wieder auf, länger bleiben wir selten an einem Platz. Wir fahren den Main entlang, sehen uns die Stellplätze an. In Wipfeld gäbe es noch drei enge Plätze in der ersten Reihe, nicht nach unserem Geschmack. In Obereisenheim hat sich eine Gruppe von etwa 50 Fahrzeugen zu einem Treffen eingefunden. Freie Stellplätze wären hier nur noch in Straßennähe. Das ist nichts für unserer Mutter Kinder. Nächstes Ziel ist der Platz in Volkach. Und hier ist der für uns beste Platz auch wirklich frei. Da bleiben wir gern.

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Wieder vertrödeln wir die Zeit, der Himmel hat sich eingetrübt und es könnte jeden Moment regnen. Da bleiben wir lieber im WoMo. Wir sind gerade mit dem Abendessen fertig, als wir hinter unserem WoMo einen PKW hören, Türenschlagen, Klopfen an unserer Tür. Und wer steht draußen? Es sind unsere lieben Bekannten, die bei Würzburg wohnen und gelesen haben, dass wir hier sind! Große Freude! Wir verbringen einen schönen Abend miteinander. Solche Überraschungen sind toll.

Am nächsten Morgen regnet es, wie es in der Vorhersage zu lesen war. Wir fahren zur Entsorgung, dann zum edeka und schließlich den Main entlang und zu unserem Treffen mit langjährigen Bekannten aus der Newsgroup de.rec.reisen.camping. Wir treffen uns immer zu Pfingsten am Campingplatz Main-Spessart Park bei Marktheidenfeld und das seit mehr als 20 Jahren. Zusammen verbringen wir nette Stunden mit viel Gequatsche. Und nachts singt uns die Nachtigall ein Lied.

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Am Pfingstmontag müssen wir aufbrechen. Ich habe einige Termine in der Woche nach Pfingsten, die ich unbedingt wahrnehmen will. So fahren wir auf der Autobahn bis nach Wels, wechseln dann auf die Bundesstraße und zum Abschluss gibt es wieder drei Passwertungen: Pyhrnpass (950 m) und dann Triebener Tauern und Gaberl wie am Beginn der Reise. Um 21 Uhr treffen wir in Stainz ein, räumen noch den meisten Kram vom WoMo in die PKW und sind dann um 22:15 Uhr endlich wieder in Graz.

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Fazit:
Die Auszeit vom Alltag hat uns beiden gutgetan. Obwohl das Wetter zu einem guten Teil nicht extrem schön war, haben wir die Zeit genossen. Die kurze Zeit in Frankreich hat in uns die Idee reifen lassen, im Spätsommer bzw. Frühherbst wieder die Franzosen besuchen zu wollen. In den Niederlanden ist der Funke nicht so sehr auf uns übergesprungen. Dort müssten wir unseren Aufenthalt wohl genauer planen. Und ohne Fahrräder scheint man in dem Land ja auch relativ schlechte Karten zu haben. Die Zeit bei den beiden Treffen haben wir auch sehr genossen.

Zeit: 27 Tage/26 Nächte

Gefahrene Strecke: 4338 km

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Danke für euer Mitfahren!

Uli

 


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Re: Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

Beitrag von Gitte »

Hallo Uli, vielen Dank für den sehr schönen Reisebericht und die netten Fotos. War nett mal wieder mit euch zu reisen.  :grin:


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Re: Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

Beitrag von jion »

Ein wirklich schöner Reisebericht einer tollen Reise. Danke, ich bin gern "nachgefahren"


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Re: Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

Beitrag von Majaberlin »

Hui, da habt ihr ja wirklich eine riesige "Runde" gedreht! Tolle Fotos und die Berichte über die Stellplätze sind auch interessant, wenn man mal in die Gegend kommen sollte ...
Wir mögen auch den Trubel nicht, kleine ruhige Plätze sind uns auch lieber und Fernseher und Schüssel haben wir auch nicht :mrgreen: .
Danke für diesen tollen Bericht!


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Re: Frühling 2024: Deutschland, Frankreich, Belgien, Niederlande

Beitrag von schnuess »

Uli, herzlichen Dank für den schönen Bericht!
Hast dir viel Mühe gemacht!!!

Bad Neustadt waren wir das erste Februarwochenende auf dem Geburstag meiner Cousine! schöner Platz!
Bad Salzungen waren wir ebenfalls schon oft, nur in letzter Zeit nicht mehr ( seit Corona).

Die belgische Küste sind wir vor Jahren mit der "Kusttram" von de Panne bis Ostende gefahren, das war nett! Aber architektonisch eine Vollkatastrophe ;-)

LG

nadja


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