So, nun kann es hier weiter gehen. Wir hatten zeitweise schlechtes Internet und auch einiges an Stress zu bewältigen.
Unser nächstes Ziel waren die Mühlen von Campo de Criptana. Wir waren 2012 schon Mal dort. Es besteht die Möglichkeit, auf der Bergkuppe direkt neben den Mühlen zu stehen. Es bietet sich ein herrlicher Rundblick über die La Mancha, die Heimat von Don Quijote.
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Wir waren jedoch nicht die einzigen Besucher.
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Eine lustige Reisegruppe war mit diesen winzigen, knatternden Fahrzeugen unterwegs.
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Gegen Abend leerte sich der Platz und wir konnten genießen.
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Und das war der Preis für unseren Mühlenbesuch:
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Nein, nicht ganz, wir sind ja inzwischen 45 000 km mit schwerem Anhänger gefahren, aber die Steigung zu den Mühlen gab der Kupplung den Rest.
Wir mussten am Mi, 21.09.16 die 45 km zur nächsten IVECO-Werkstatt in Madridejos transportiert werden. Diese organisierte den Transport. 2012 hatten wir uns in dieser Werkstatt bereits eine neue Starterbatterie einbauen lassen. Alte Bekannte also. Es war nicht einfach für uns, die Problematik des Transportes mit der Fahrzeuglänge und dem sehr langen Überhang zu erklären. Fotos halfen dabei. Und dann kam auch ein passender Tieflader.
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Zu unserem großen Glück konnten wir am Morgen noch von den Mühlen aus
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mit eigener Kraft hinunter zur N420 fahren, dann ging nichts mehr. Die Straße zu den Mühlen ist zwar für Busse befahrbar, unser Tieflader wäre jedoch niemals hoch gekommen, hatte er doch schon kleine Probleme bei der Ortsdurchfahrt auf der N-420. Glück im Unglück also.
Ja, hätten wir die ausgeschilderte Busroute genommen – aber unser Navi wollte unbedingt anders fahren. An dieser Stelle streikte auf Grund der starken Steigung die Kupplung und wir blockierten zwei Stunden die Straße.
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Wir mussten den Jeep abladen, den Trailer abhängen, den Trailer rückwärts die schmale enge Straße per Hand runter lassen (Wenden war nicht möglich), unten eine Kreuzung blockiert, bis der Trailer am Jeep angehängt und weg gefahren war. Die Anwohner, Alt und Jung, haben uns dabei sehr geholfen und lauter aufmunternde Worte gehabt. Keiner hat gemault oder grimmig geschaut. Eine Frau wollte uns sogar zum Essen rein holen. Jeep und Trailer fuhr ich nach Anweisung eines netten älteren Spaniers dann hoch zu den Mühlen – den Weg durch die Gassen hätte ich nie gefunden. Dann die paar Meter von den Mühlen zum WoMo gehen, wo uns die Guardia Zivil empfing. Nein, nicht was wir Deutschen nun denken - die beiden waren super freundlich, verständnisvoll, beruhigten uns und organisierten Hilfe. Franziskus, er sprach recht gut Deutsch, machte zum Schluss noch ein Selfi von sich, zusammen mit Monika und mir. Kosten? Nur 20€ für den Fahrer vom Radlader, dann Hände schütteln, Schulter klopfen und – ja, wir haben hier lauter Freunde gefunden.
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Von den netten Menschen abgesehen, die wir dabei kennengelernt haben - sowas brauchen wir niiiiiie wieder.
Am Morgen nach dem Fahrzeugtransport kam unser Fahrzeug über die Grube, das Getriebe wurde ausgebaut und die benötigten Teile wurden bestellt. Freitag sollten sie raus gehen - bei IVECO-Italien. Nun hoffen wir, dass es am Montag weiter gehen kann.
Die Wartezeit vor der IVECO-Werkstatt lähmt uns. Das Umfeld besteht aus Industrie, Äckern, Friedhofsmauern und Schrottplätzen. Zudem staubt es hier fürchterlich. Das nahegelegene Umspannwerk macht Monika sehr zu schaffen.
Also fahren wir Samstag mal zu den Mühlen im nahen Consuegra. Wir packen Picknick ein. Die Mühlen hatten wir 2012 bereits besucht, also nichts Neues.
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Wir suchten nach einem schattigen Plätzchen für unser Picknick. Schatten? In Kastilien La Mancha? Absolute Fehlanzeige.
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Von den Mühlen aus haben wir am Ortsrand ein Mini-Kiefernwäldchen gesehen und fahren dorthin. Tische, Bänke, Kinderspielplatz sind dort, alles total zugemüllt. Da können wir kein Picknick machen. Auf dem Rückweg fahren wir noch an der Arena vorbei. Hier wird gerade eine große Tierquälerei vorbereitet, das Fernsehen darf auch nicht fehlen – ekelhaft. Unsere Stimmung ist am Boden. Zurück zum WoMo. Der einzige Schatten ist unter dem Mobil. Also rein in über 35 Grad und mehr. Das Picknick findet im Mobil statt.
Am Sonntag möchten wir ausspannen, mal nichts tun. Es geht gut an. Als wir uns gerade zur Siesta hingelegt haben fegt ein Sandsturm durch unser Mobil. Draußen war kurzzeitig nichts mehr zu erkennen. Hektisch fuhren wir die Antenne ein und schlossen alle Fenster. Alle? Eines der großen Ausstellfenster fehlt! Ich gehe raus und es liegt neben dem Mobil am Boden – zum großen Glück unbeschädigt, kein Kratzer, nichts. Leiter raus, Fenster einhängen, Beschlag zusammenstecken, aufatmen.
Danach beginnt Großputz im Mobil, alles, aber auch alles muss abgewischt werden.