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Mobile Freiheit • ... der spinnt am Rad ... - Seite 3
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Re: ... der spinnt am Rad ...

Verfasst: So 9. Okt 2011, 09:49
von rittersmann
Zu diesem Thema habe ich 2 Erlebnisse:

Bei einer Radtour vor ca. 10 Jahren ist ein vor mir (mit Helm) fahrender Bekannter in einer Kurve auf Splitt mit ziemlich hohem Tempo weggerutscht und gestürzt. Ich habe die Szene noch heute in meinem Kopf und zwar sah ich, wie der auf dem Rad sitzende Körper nach unten gezogen wurde und der oben sitzende Kopf wie das Ende einer Peitsche auf den Asphalt knallte. Er war trotz Helm etwas benommen aber ansonsten ist ihm nix passiert. Ich möchte mir nicht ausmalen, was ohne Helm passiert wäre.

Und ich selbst bin vor fast 3 Jahren beim Skifahren heftig gestürzt. Das ist zwar ein anderes Medium aber es geht auch um den Helm. Es war 3 Tage nach dem tödlichen Unfall mit Beteiligung von Herrn Althaus, der ja damals in aller Munde war. Ich habe aufgrund dieses Unfalls damals zum ersten Mal zum Skifahren einen Helm aufgesetzt. Ich bin in einer Mulde hängen geblieben und bei voller Fahrt zuerst auf den Kopf und dann auf die Schulter gestürzt. Auch ich war benommen, hatte am Kopf Druckstellen von der Kante der inneren Schale des Helms. Die Schulter war zertrümmert, aber der Kopf blieb heil. Auch hier möchte ich mir nicht ausmalen was ohne Helm passiert wäre.

Verfasst: So 9. Okt 2011, 10:04
von Kaufunger
In 20 Jahren Dienst auf Rettungswagen / Notarztwagen kann ich mich wirklich nur an einen Unfall erinnern, wo ein Radfahrer schwere Schädelverletzungen erlitten hatte.
Und das war unlücklicherweise am Ende der Geburtstagsfeier zu meinem 33. Geburtstag. Der Betroffene kämpfte damals wirklich um's Überleben. Ein Helm hätte damals
wirklich Schlimmes verhindern können. Aber wie gesagt, das ist der einzigste Fall.
Ganz sicher aber weiß ich aber, dass ich wesentlich mehr Sportler als Übergewichtige transportiert habe.
Grundsätzlich denke ich, dass Radfahrer keine Angst vor Bestrafung haben müssen. Die Polizei schaut doch da weg. Ansonsten würden nicht so viele Fahrräder unterwegs sein, die
überhaupt nicht der StVZO entsprechen.

Gruß Rainer

Re: Re:

Verfasst: So 9. Okt 2011, 10:22
von Cruiser
Heiko hat geschrieben:
Cruiser hat geschrieben:Meines Wissens, gibt es überhaupt keine verlässliche Studie darüber, ob Fahrradhelme überhaupt Leben retten.
Was ja nicht viel besagt ;)
Aber ein bisschen Styropor zwischen Bordsteinkante und dem Schädelknochen kann bestimmt nicht schaden.
1. Richtig, Sollte auch nur erwähnt sein.
2. Das mag vielleicht zutreffen, wenn ich, aus eigenem Antrieb, mit dem Fahrrad umfalle und mit dem Kopf aufschlage. Aber wie viel Schutz bietet das "bisschen Styropor", wenn ich von einem PKW (oder gar LKW) mit 30 Km/h weggesenst werde?

Heiko hat geschrieben:
Cruiser hat geschrieben: Ein Helm könnte Radfahrer dazu verleiten, weniger vorsichtig zu fahren.
Das könnten Gurte und Airbags im Auto aber auch - tun sie hoffentlich nicht.
Achte mal, im nächsten Winter, auf die Allradfahrer, wenn die Straßen schneebedeckt sind, dann wirst Du erkennen, was ich meine ;)
skipper hat geschrieben:
Cruiser hat geschrieben:Meines Wissens, gibt es überhaupt keine verlässliche Studie darüber, ob Fahrradhelme überhaupt Leben retten. Hier wird eine Freizeitbeschäftigung als gefährlich promotet, um neue Einnahmequellen zu erschließen. Ausserdem: Wer sich in Sicherheit wähnt, riskiert mehr und fährt rücksichtsloser. Ein Helm könnte Radfahrer dazu verleiten, weniger vorsichtig zu fahren.
Gibt es irgendwelche Statistiken, dass z.B. Rauchen NICHT gesundheitsschädlich ist?
Dass ein Fahrradfahrer mehr riskiert nur weil er einen Helm trägt, kann ich nicht nachvollziehen. Der Helm schützt ja "nur" den Kopf und auch nur den oberen Teil, da wo man normalerweise denkt. Ich kann mir nicht vorstellen, dass man mit Helm weniger vorsichtig fährt, weil man sich bei einem Unfall noch reichlich Blessuren einfangen kann. Ein Fahrrad hat kein ABS, ESP etc. und die einzige Knautschzone ist der Mensch.
viele Grüße
Achim
1. Äpfel und Birnen!
2. Es macht schon (im Bewußtsein) einen Unterschied, ob ich mir Gedanken über blaue Flecke und Schrammen, oder, eine, (meist) tödliche, Kopfverletzung mache. Wenn ich glaube, den für mich größten Schaden, durch das Tragen eines Helms, abzuwenden, gehe ich (möglicherweise) auch ein größeres Risiko, im Umgang mit dem Fahrrad, ein.

Sinnvoller, als eine allgemeine Helmpflicht, halte ich den Ausbau von sicheren Radwegen, so wie die Pflicht, diese auch zu benutzen.

Re: Re:

Verfasst: So 9. Okt 2011, 10:36
von Heiko
[quote="Cruiser"]
2. Das mag vielleicht zutreffen, wenn ich, aus eigenem Antrieb, mit dem Fahrrad umfalle und mit dem Kopf aufschlage. Aber wie viel Schutz bietet das "bisschen Styropor", wenn ich von einem PKW (oder gar LKW) mit 30 Km/h weggesenst werde?
{/quote]

Dem Kopf wird es auch bei 30 km/h helfen. Aber selbst wenn nicht, es gibt auch genug Unfälle in niedrigeren Geschwindigkeitsbereichen.
Z.B. gibt es sehr viele Unfälle zwischen Radfahrer untereinander.
Wie gesagt - ich glaube schon das es was hilft. Aber selber trage ich auch keinen.

Dummheit oder Freiheit.... vielleicht von beiden etwas... ;)

Re: Re:

Verfasst: So 9. Okt 2011, 10:43
von Cruiser
Heiko hat geschrieben:
Cruiser hat geschrieben: 2. Das mag vielleicht zutreffen, wenn ich, aus eigenem Antrieb, mit dem Fahrrad umfalle und mit dem Kopf aufschlage. Aber wie viel Schutz bietet das "bisschen Styropor", wenn ich von einem PKW (oder gar LKW) mit 30 Km/h weggesenst werde?
{/quote]

Dem Kopf wird es auch bei 30 km/h helfen. Aber selbst wenn nicht, es gibt auch genug Unfälle in niedrigeren Geschwindigkeitsbereichen.
Z.B. gibt es sehr viele Unfälle zwischen Radfahrer untereinander.
Wie gesagt - ich glaube schon das es was hilft. Aber selber trage ich auch keinen.

Dummheit oder Freiheit.... vielleicht von beiden etwas... ;)
Und, weil es diese vielen Unfälle gibt, sollten wir unbedingt eine allgemeine Schutzanzugpflicht, für Radfahrer, einführen.

Ich bin ja gar nicht gegen Fahrradhelme, aber bitte freiwillig, und nicht per Gesetz verordnet.

Verfasst: So 9. Okt 2011, 10:52
von Heiko
Ich bin ja gar nicht gegen Fahrradhelme, aber bitte freiwillig, und nicht per Gesetz verordnet.
Dann sind wir ja mal einer Meinung Achim - ist ja nicht immer so ;)

Re: ... der spinnt am Rad ...

Verfasst: So 9. Okt 2011, 16:06
von Andy
rittersmann hat geschrieben:Bei einer Radtour vor ca. 10 Jahren ist ein vor mir (mit Helm) fahrender Bekannter in einer Kurve auf Splitt mit ziemlich hohem Tempo weggerutscht und gestürzt. Ich habe die Szene noch heute in meinem Kopf und zwar sah ich, wie der auf dem Rad sitzende Körper nach unten gezogen wurde und der oben sitzende Kopf wie das Ende einer Peitsche auf den Asphalt knallte. Er war trotz Helm etwas benommen aber ansonsten ist ihm nix passiert. Ich möchte mir nicht ausmalen, was ohne Helm passiert wäre.
Wenn es danach geht, habe ich in diesem Zeitraum schon mehr schlimme Fußgängerunfälle, auch mit Kopfschäden, mitbekommen. Z.B. Gestolpert und mit Kopf auf Kante aufgeschlagen, etc.

Über das Skifahren lass ich mich hier nicht aus. Aber wer das Risiko eingehen möchte - bitteschön.

Verfasst: So 9. Okt 2011, 17:28
von öcher
Hallo,
ich möchte mal darauf aufmerksam machen,dass in den Niederlanden,dass Land der Radfahrer wohl kaum einer auf die Idee kommt einen Fahrradhelm zu tragen geschweige ein Gesetz zu erschaffen dies vorzuschreiben.Zuzdem gibt es für Mofa und Mopeds bis 50ccm auch keine Helmpflicht obwohl diese auch auf Fahrradwege fahren dürfen. Mir ist nicht bekannt,dass dort mehr Unfälle mit Radfahrern geschehen als bei uns.Allerdings muss man auch sagen,dass der gesamte Verkehr anders mit Radfahrer umgeht als das in unserem Lande der Fall ist.Ich bin oft in den Niederlande zum Radfahren und sehe dort nur deutsche Radfreunde mit Helm durch die Landschaft radeln. Vielleicht wäre es besser statt eine Helmpflicht zu fordern sich einmal das holländische Radstreckensystem und die komfortablen Radwege anzusehen,damit wäre den Radfahrern in Deutschland wohl mehr geholfen aber das ist ja wohl nicht der Sinn der Sache.
Schlimmer finde ich allerdings die Leute die immer wieder der Bevormundung durch die Politiker das Wort reden, von unseren Politclouns ist ja nichts anderes zu erwarten.
Immer genug Luft in den Reifen.
Gruss öcher