Hallo Marry,
möchte ganz kurz (fast) zum Thema zurückkommen:
Dieses Jahr an Ostern - in Budapest:
Ein einziger Campingplatz geöffnet und wider Erwarten rappelvoll: Die Italiener sind da (und wollen offenbar alle nach Budapest). Der Platz ist sehr schmal, in einem Tal gelegen. Der Chef fragt nach der Reservierung, wir schütteln den Kopf.
Er meint: Bekommen wir schon hin, irgendwie.
Kurzum: Er weist uns einen Platz
zwischen zwei Stellplätzen zu, das Heck unseres Karmann ragt trotz dessen kompakten Maße noch ein Stück in die Fahrspur - passt schon, meint er.
Aber: Das Womo zur Fahrerseite steht vorne so knapp, dass die Spiegel sich fast berühren, die Tür hinten geht bei den Italienern neben uns gerade mal so auf, ans Öffnen der Fenster ist nicht zu denken. Zur anderen Seite bleibt noch frei - reserviert.
Auf dem CP stehen die Mobile z.T. so, dass man gerade noch zwischen durch gehen kann, jeder Winkel ist vollgestellt - zum Teil auch in zweiter Reihe (die Italiener kommen ja in Gruppen - da geht das).
Unser erster Gedanke:
Nix wie weg!!!. So würden wir nie und nimmer auf einem normalen Parkplatz parken, schon gar nicht auf einem Stellplatz.
Wir bleiben - vorerst für eine Nacht (wo hin sollen wir auch am späten Nachmittag), bei der Stadtbesichtigung am nächsten Tag wird uns die Enge nicht stören.
Ein wenig versöhnlich stimmt uns die Ankündigung, dass im (für Ungarn) horrenden CP-Preis ein Frühstück mit enthalten sei (wir denken eine Tasse dünnen Kaffee und eine Scheibe Brot).
Am Morgen also zur Rezeption, dort sind dicht an dicht Stühle und Tische aufgestellt, überall sitzt schon jemand - natürlich auch hier rappelvoll. Aber: Das Frühstücksbuffet ist sehr reichhaltig, vieles selbstgemacht und frisch (Langosch! - für Müsliesser eine echte Herausforderung, auf nüchternen Magen). Wir quetschen uns dazwischen, setzten uns zu anderen "Italienern" dazu und unterhalten uns nett (Eigentlich sind es Griechen, sprechen aber gut Deutsch).
Im Laufe des Tages beschließen wir, trotz allem noch eine Nacht zu bleiben, Budapest ist einfach zu schön.
Am Abend zurück auf dem CP: Kaum sind wir im Womo - der Nachbar mit Reservierung braucht nur etwa den halben Stellplatz - kommen immer mehr Italiener auf dem Restplatz vor unserem Womo zusammen und beginnen schließlich sich einzurichten: Lichterketten zur Platzbeleuchtung, Tische Stühle und Gedecke für geschätzt 20 Personen. Wir denken uns, was die können, können wir auch: Tisch und Stuhl raus, Schnitzel in die Pfanne.
Wir setzten uns (im Kerzenschein - haben leider keine Lichterkette), beginnen zu tafeln und prosten unseren Nachbarn, die bisher bestenfalls genickt haben freundlich zu und genießenden Abend.
Daraufhin löst sich ein Italiener aus der Gruppe, kommt mit seiner Weinflasche, schenkt uns ein (sehr leckerer Tropfen), entschuldigt sich auf Italienisch / Englisch / Deutsch für den ganzen Trubel, ist froh, dass wir auf Italienisch antworten - die anderen offenbar auch. Nach und nach bringen sie immer mehr Leckereien bei uns vorbei - zum Schluss auch noch einen selbstgebrannten Grappa - erzählen, dass sie aus Venedig kommen und alle Jahre hier sind (wir sind etwas peinlich berührt, dass wir garnichts zum Anbieten dabei haben...).
Punkt Mitternacht ist Schluss, leise wird alles weggeräumt, die Lichter gelöscht - wir gehen nun auch ins Bett und schlafen sehr ruhig - keiner unserer Nachbarn schnarcht - oder lag es am Wein?
Am nächsten Morgen - Ostersonntag - früh alle auf den Beinen -
Tanti Auguri für alle Verwandten und Bekannten und emsiges Packen. Am Frühstücksbuffet nicht (mehr) ganz so großer Andrang (die waren früher dran), alsbald erste Abreisende, zentimetergenau an unserem Womoheck vorbei geht´s zurück nach Bella Italia - alles ohne jede Aufregung und Geschrei - manche sind doch noch etwas "müde".
Nach einem schönen Budapesttag kommen wir am Abend zurück und stehen einsam und verlassen auf dem CP, drei oder vier andere Camper sind noch da - und wir bleiben noch eine Nacht. Fast ein bisschen langweilig...
Aber wir kommen sicher wieder - zu angenehm ist der Platz direkt an einer Busstation mit optimaler Innenstadtverbindung ins Zentrum. Das Inclusivfrühstück, die sauberen Sanitärs, der freundliche und kompetente Service der Pächter - es passt einfach.
Warum schreib ich das alles:
Um zu sagen: Es kommt halt immer drauf an...
Wir stehen 90% aller Übernachtungen frei, wenn´s eng wird mal auf einem Stellplatz und selten auf einem Campingplatz. Wir wundern uns, warum so viele Mobilisten auf einem simplen Seilbahnparkplatz für 10,- € pro Nacht am Wank stehen, wenn PKW-Fahrer daneben umsonst parken (die duschen aber zu Hause

) und freuen uns dann über den kostenlosen Schwimmbadbesuch im Garmischer Wellenbad.
Wir kommen nicht in den kühnsten Träumen auf die Idee, direkt an der Bahnlinie in Mittenwald zu nächtigen und auch noch eine Menge dafür zu zahlen.
Wir lassen aber jedem seine Freude daran, so zu urlauben, wie er will und respektieren das auch, ohne es selbst genauso zu machen.
Daher viel Spaß beim "Kuscheln" - es muss halt jeweils passen - wie im richtigen Leben!
Schönen Abend
Tourist