Salve Sorella,
ein schöner Entschluss!!!! Ich hatte mich jahrelang durch Volkshochschulkurse gequält und mir immer gewünscht, einmal für zwei Wochen auszureissen und im Land Italienisch lernen zu können. Familiär war das natürlich nicht gut angesehen, so hab ich mir das immer verkniffen und bin brav in meine Abendkurse, später auch vormittags. Dann hat sich meine Situation geändert und ich fuhr für zwei Wochen erstmals ganz alleine nach Lucca, Toscana, in die Koiné-Sprachenschule. Gestanden war ich mit dem Wohnmobil am SP beim Serchio-Fluss und war einigermassen aufgeregt. Am Samstag also angereist, am Sonntag mit meinem Hund in die Stadt und geschaut, wo das alles ist. Am Montagmorgen pünktlich um 9 Uhr mit dem Rad die eineinhalb Kilometer reingefahren in die alte Stadt. Es war total gemischtes Publikum - und total international. Eine Belgierin (deutlich jünger als ich), zwei Australierinnnen plusminus 1o Jahre als ich, ein Spanier ca. 10 jünger, eine Amerikanerin - älter als ich mit ihrer Nichte, eine Engländerin, mit einem Maler verheiratet, der kein Wort Italienisch sprach, aber man lebte schon 7 Jahre in der Garfagnana und vermietete Zimmer an Engländer und hielt Malkurse....... also so war unsere Klasse. Gelernt haben wir in Italienisch, uns unterhalten in Englisch. Am Abend schwirrte mir der Kopf, aber es war eine große und tolle Herausforderung, wir haben uns sehr angefreundet. Die Mitschüler waren teils bei Gastfamilien untergebracht, die Australierin mit einer anderen Australierin, die nicht mit in der Schule war, hatte ein halbes Jahr lang eine Wohnung in einem Stadtpalais gemietet (und lebt mittlerweile ganz in Lucca, weil sie den Erben der Villa Grabau kennen- und liebengelernt hat, also das typische italienische Märchen für eine Aussi...)
Leider hatte ich in der zweiten Woche ein fürchterliches Ereignis, mein Hund stürzte von der Stadtmauer in den Tod, das war nur noch schrecklich. Ich habe gehadert, ob ich heimfahren soll oder nicht und bin doch geblieben, aber es hat mir so einen Riss versetzt, dass ich meinen nächsten Schulaufenthalt auf meiner Lieblingsinsel Sardinien geplant und durchgeführt habe. Dort in der Sprachenschule Pintadera, betrieben von einer Sardin und einer gebürtigen Berlinerin, eher Typ Weltenbummler, die wenigste Zeit in D verbracht. Gewohnt habe ich da auch wieder im Wohnmobil und zwar auf dem CP La Mariposa, etwa 3 km von der Schule mitten in der Altstadt von Alghero. Jeden Morgen bin ich mit meinem Rucksack hineingestrampelt mit dem Rad und ich muss sagen, es ist einfach ein Genuss, im Frühling oder im Herbst morgens, wenn die Einheimischen beginnen, ihrem Tagwerk nachzugehen, man fühlt sich sehr zugehörig. Und überhaupt: Man ist mittendrin und nicht nur dabei!
Natürlich habe ich mir es überlegt, ob ich bei einer Gastfamilie unterkomme, aber Gloria, eine Belgierin, die dann in Alghero mit in der Schule war und deren liebstes Hobby "Schwimmen mit Delphinen im offenen Meer" ist, wohnte bei einer Frau, die halt nicht heizte, weil es halt immer schwierig und auch sehr teuer ist. Gloria kam dann oft am Nachmittag zu mir, wir haben uns in die Sonne gesetzt, zusammen gelernt, sind zum Strand, eine Runde geschwommen, und haben gekocht und gegessen. Für Gloria war es ein Rauskommen und eine Erleichterung, draussen auf dem Camping die Sonne, während in der Stadt drin alles klamm und kühl war im Frühjahr, es war Ende März/Anfang April. Das Land war herrlich, ich bin viel am Nachmittag Rad gefahren, eine Stunde pro Tag, hinaus, wo es duftete und ich genoss es sehr.
Ein halbes Jahr später nochmal nach Sardinien:
http://www.mobile-freiheit.net/viewtopi ... =sardinien
Seither hab ich es irgendwie nicht mehr geschafft, wobei ich schon bedürftig bin, die Sprachkenntnisse lassen nach, wenn man sie nicht anwendet. Musste letzte Woche wieder einige Hotels anrufen und was ausrichten und organisieren und hab mich wieder derartig schwer getan ------ heieiei.
Insgesamt kann ich Dir aber raten, schaff Dir die allerersten Grundkenntnisse an, Du tust Dich leichter. Es fährt niemand hin, ohne dass er Vorkenntnisse hat. Halt - eine junge Amerikanerin sass schon ein Vierteljahr in Lucca in der Schule - aber Du hast sicher keine Vierteljahr Zeit. Das Mädel war dann auf "unserem" Level. Wobei ich die Vermutung habe, dass Leute, die aus dem angelsächsischen Sprachraum kommen, sich sowieso etwas schwerer mit einer "europäischen" sprich romanischen oder sonstigen Sprache tun. Hab ich halt so beobachtet in diesen Sprachkursen.
Mein Urteil: Sprachkurs im Land - SEHR EMPFEHLENSWERT, aber nicht als blutiger Laie antanzen. Die Struktur der Grund-Grammatik sollte verstanden sein und die ersten unregelmässigen Verben bekannt. Auch alle Fälle mal gesehen ....
Sizilien fände ich auch Klasse. Koiné wo ich in Lucca war - hat in Tropea auch eine Schule, darüber hab ich natürlich auch schon nachgedacht... Dann hab ich noch eine Bekannte in Cefalú, die dort Reiseleiterin ist, die könnte ich auch mal anfragen - die weiss sicher auch was!