Unser Mitglied Rainer „Modellflieger“ und seine Lebensgefährtin Erika unterstützen seit längerem die Witwe eines vor zwei Jahren verstorbenen, befreundeten Wohnmobilisten beim Betrieb des Wohnmobils.
Als diese dann doch irgendwann das Fahrzeug, einen Chausson Allegro 69, nicht mehr weiter halten will helfen sie beim Einstellen der Verkaufsanzeige mit vielen Fotos bei Mobile.de. 24.500 Euro möchte die Witwe für das sehr gut gepflegte, teilintegrierte Wohnmobil noch erzielen.
Bereits nach kurzer Zeit meldet sich ein Interessent der das Fahrzeug für ein bekanntes Ehepaar sucht und den Verkauf vermitteln möchte. Er macht bei der
Besichtigung einige eigene Fotos um diese seinen Bekannten zu zeigen.
Er bittet Rainer und Erika die Anzeige bei Mobile.de rauszunehmen, seine Bekannten sollten den Preis nicht sehen denn er wolle für seine Vermittlung auch etwas verdienen.
Was keiner weiß, dieser nette Herr setzt jetzt eine eigene Anzeige mit seinen Fotos bei Mobile.de zu einem Schnäppchenpreis von 18.000 Euro rein und ködert so ein Ehepaar aus Göttingen, das heute zum Kauf anreist und vor Ort mit dem Vermittler aufkreuzt.
Der Besitzerin des Fahrzeugs wird natürlich nichts von dem Schnäppchenpreis erzählt, den Käufern vermittelt der smarte Herr die Witwe wolle die alten Erinnerungen schnell loswerden.
In einem separaten Raum des Hauses verhandeln die beiden, Vermittler und Käufer noch über den Preis, er geht auf 17.500 Euro runter.
Nun soll der schriftliche Kaufvertrag gemacht werden (das Geld hatte aber schon der Vermittler in seinen Händen) als dieser plötzlich feststellt das er seinen Ausweis noch im Auto hat und dieser für die Erstellung des Vertrages ja gebraucht wurde.
Keiner hindert ihn daran mit dem Geld nach draußen zu gehen um den Ausweis zu holen. Das Auto stand in einer Seitenstrasse, keiner hat es gesehen.
Als er nicht wiederkam war allen klar was passiert ist, aber nun war es zu spät.
Käufer und Vermittler hatten mehrfach an diesem Tage über eine Handynummer Kontakt. Dies Handy war nun natürlich auch nicht mehr erreichbar.
Die Polizei hat die Sache aufgenommen, sieht aber keine große Chance auf Erfolg.
Später fiel auch allen auf, dass der Vermittler immer Handschuhe getragen hatte.
Warum wohl
Übrigens, der Vermittler hatte einen leichten polnischen Dialekt.
Der Witwe ist kein Schaden entstanden, das Wohnmobil steht weiterhin zu Hause, wohl aber dem Käufer der für den Betrag lange gespart hatte und bereits mit Überführungskennzeichen angereist war.
Also Vorsicht beim Verkauf, wenn jemand mit der Vermittlermasche auftaucht.


