Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

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Majaberlin
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Majaberlin »

In Berlin spitzt sich dieses Problem auch zu. Seit wir den Fernradweg Kopenhagen-Berlin haben, ist unser gemütlicher Wanderweg direkt am Kanal entlang zu einer Rennstrecke für Radler geworden. Und da Fußgänger bekanntlich keinen Rückspiegel haben, wir man derart angepöbelt, wenn man da spazieren geht und nicht sofort beiseite springt, dass einem Angst und Bange werden kann. Wenn ich da mal lang gehe (was ich deshalb jetzt zunehmend leider vermeiden muß), routiert mein Kopf nur noch, um ja keinen Radler zu übersehen, der von hinten angeerast kommt. Da diese auch zunehmend aggressiv sind, hab ich direkt Angst. Und das ist leider auch im Wald und in der Stadt so. Es macht keinen Spaß mehr.
Letztens war im hier im Hundeauslaufgebiet rund um den Flughafen mit meinen Hunden unterwegs, die ja nun noch weniger auf Radler achten, und sie überquerten den Weg ziemlich langsam, sodaß ein Radler abbremsen mußte. Er warf sein Rad hin, kam in drohender Haltung auf mich zu, packte mich an der Jacke und schrie mich an, wenn er mich dort noch einmal sehen würde, würde er sich vergessen! Da es tagsüber dort sehr einsam ist, habe ich jetzt solche Angst, dass ich mich da allein auch nicht mehr langtraue (meine Hunde tun ja nichts, selbst wenn ich angegriffen werde, sie halten alle Menschen für gut!). Wo soll das noch hinführen?
willy13
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von willy13 »

rittersmann hat geschrieben:Ich will da mal was erläutern und für gegenseitiges Verständnis werben. In früheren Jahren bin ich öfters lange Strecken mit dem Rennrad gefahren.
wenn neben der benutzten Straße ein gut ausgebauter Radweg ist.

Für diesen Fall habe ich den natürlich auch benutzt. Aber der Ausbauzustand der Radwege ist sehr unterschiedlich. Oft sind die Äste der daneben stehenden Bäume durch den Asphalt gebrochen und man kann da mit einem Rennrad nicht mehr fahren. Da wechselt man auf die Straße.

Ja und heute sind die Fahrbahnen so schlecht, aber kein Mensch nimmt sich das Recht mit einem KFZ den Radweg zu benutzen.
Die Rennradfahrer nehmen sich besondere Rechte raus, die nach meiner Meinung nicht zu vertreten sind, z.b. fahren nebeneinander, keine Beleuchtung, keine Klingel, Keine Vorschriften usw., wenn es nicht so teuer würde, würde ich manchmal gerne einen von den Radrennfahrern auf´s Korn nehmen.
Da frage ich mich immer, wo sind da die Grünen/Blauen???
Lira
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Lira »

Zu euren Ausführungen bezüglich Radwege usw. - bei uns kurios:
Es wird die Bundesstraße endlich, nachdem sie jahrelang eine schlimme enge Schlaglochpiste war, etwas weiter ausgebaut und einen Fahrradweg kriegen wir auch (über den seit einem halben Jahr die Umleitungsstrecke für die Autos läuft, soviel zu "man dürfe ja auch nicht mit dem Auto auf den Radweg"). Aber die Planer der Bundesstraße und des Radweges waren wohl noch nie auf einem Rad gesessen. Für die Bundesstrasse hat man in unserem hügeligen Gelände Material abgetragen, um sie ebener zu bringen - um es daneben aufzuschütten. Mit dem Erfolg, dass auf dem Radweg sagenhafte Steigungen zu überwinden sind. Auf meine Anfrage beim Planungsreferat hiess es dazu nur lapidar, wer hier mit dem Rad fährt, will sich sportlich betätigen und da machen ein paar Hügel mehr auch nichts aus.
Wenn ich eingekauft habe und bepackt bin, werde ich NICHT auf dem Radweg fahren (können), sondern wieder auf der Bundesstraße herumeiern, wie die Jahre vorher halt auch.
Also wundert euch nicht ... es gibt leider zuwenige, die bei uns wirklich an einem Radweg interessiert sind, sonst könnte man eine Interessengemeinschaft gründen, dass dieser wahnsinnige Radweg begradigt wird.
Maja,
das ist ja wirklich heftig. Du solltest mindestens mit Pfefferspray bewaffnet ausser Haus gehen!
Wenn mich einer anfasst, werde ich unberechenbar.
Schon traurig, wie die Gesellschaft und die Moral verkommen ...
Tschuringa
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Tschuringa »

Ludwig_53 hat geschrieben: wenn man rechtzeitig klingelt und deutlich abgebremst vorbeifährt ?

Wenn das doch nur alle tun würden. Hab leider schon zu oft erlebt, dass NICHT geklingelt wird und NICHT abgebremst.
Da preschen Radfahrer ohne Warnung mit leisen Rädern an einem vorbei, dass einem schlecht werden kann.
Man hat keine Chance einen frei laufenden Hund ranzurufen. Was wäre nur, wenn man auch noch ein frei laufendes Kind dabei hätte??? :shock:
Leider gibt es viele Fahrradfahrer, die glauben, dass sie auf gemischten Radweg das Recht des Stärkeren haben.
Tomott
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Tomott »

Also, ich bin auch der Meinung, dass die Radler die Straße ruhig mal für Sportzwecke nutzen sollen.

Alle Jubeljahre mache ich das mit dem Motorrad auch. ;)

Mit 240 km/h über die Landstraße macht echt Laune. :cool1
Chinotto
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Chinotto »

Uiuiui....
Das ist ein Thema für sich...

Ich bin beruflich viel mit gehörlosen Menschen in der Stadt unterwegs - zu Fuß versteht sich. Hier erlebe ich immer öfter, daß sich sogar erwachsene Radfahrer auf dem Gehweg tummeln und sich von Hofrecht freie Fahrt erkämpfen. Schon oft wurde ich angepöbelt, daß wir gefälligst zur Seite gehen sollten - mir platzt dann immer die Hutschnur und ich frage dann ganz lieb: "Wann kann ich Ihnen denn zum 7. Geburtstag gratulieren? " Die Gesichter darauf sind echt sehenswert. :mrgreen:

Leider haben wir hier in unserer Stadt sehr sehr wenig ausgewiesene Radwege und das Verkehrsaufkommen wird immer mehr - die rücksichtslosen Autofahrer dagegen nicht.
Wohlgemerkt: ich bin Radfahrer und auch Autofahrer, kenne also beide Sichtweisen.

Ein wenig Rücksichtnahme und Verständnis von beiden Seiten wäre wünschenswert und schön.
Flora
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Flora »

Ludwig_53 hat geschrieben:Stimmt alles ... aaaber ....
.... ich trage aus Überzeugung einen Helm, weil ich meinem Kopf ersparen will, mit 25 km/h ungeschützt gegen ein Hindernis zu knallen!
.... wer regt sich denn über die Fussgänger auf, die laut schwatzend in breiter Reihe den gemischten Rad/Fussweg komplett blockieren und sich dann auch noch aufregen, wenn man rechtzeitig klingelt und deutlich abgebremst vorbeifährt ?
... und über die Auto(Wohnmobilfahrer) die so dicht an einem vorbeifahren, dass es einen fast unter die Hinterräder zieht (es gibt nicht überall Radwege, präses ;) )
Klar, auch ich ärge mich über die (Renn)radler die von hinten aus dem Nichts ohne jegliche Klingelwarnung angeschossen kommen und einfach voraussetzen, dass man rechts bleibt und hinten Augen hat.

Stimmt, da kann ich nur Dir Recht geben. Ich bin Auto- und Radfahrer. Kenne also beide Seiten. Und Autofahrer haben es immer so verdammt eilig. Da wird die Vorfahrt genommen, links abgebogen ohne über die Schulter zu schauen und und und.
Allerdings muss ich als Autofahrer sagen: Manche Radfahrer sind hier im Kamikaze.-Stil unterwegs. Ganz schlimm in Holland, weil dort jeder Radfaher denkt, er hätte automatisch Vorfahrt und müsste auch hier in Deutschland nicht die Radwege benutzen.

Da denke ich, sollten die Radfahrer auch mal ihren Kopf einschalten. Gegen einem Auto verlieren sie IMMER. Auch mit Helm kann es zu schweren Verletzungen kommen. Mir ist hier mehr als einmal jemand in vollem Tempo von einem Feldweg über die Landstraße geradelt, dass ich kaum noch bremsen konnte. Oder ohne Licht fahren. Wer macht schon Licht an? Aber als Autofahrer weiß ich, wie schwer manchmal Radfaher zu erkennen sind im Dunkeln/bei Nebel. Dann kommen noch die Schlaumeier, die ohne zu kucken vom Radweg auf die Straße wechseln. Während man genau daneben fährt. Aber was rege ich mich auf? Es gibt ja immer noch Darwins Gesetz.
Flora
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Flora »

[quote="willy13]
Ja und heute sind die Fahrbahnen so schlecht, aber kein Mensch nimmt sich das Recht mit einem KFZ den Radweg zu benutzen.
Die Rennradfahrer nehmen sich besondere Rechte raus, die nach meiner Meinung nicht zu vertreten sind, z.b. fahren nebeneinander, keine Beleuchtung, keine Klingel, Keine Vorschriften usw., wenn es nicht so teuer würde, würde ich manchmal gerne einen von den Radrennfahrern auf´s Korn nehmen.
Da frage ich mich immer, wo sind da die Grünen/Blauen???[/quote]

Die dürfen das. Das ist kein Scherz. Rennräder bis zu einem gewissen Gewicht brauchen weder Klingel, noch Beleuchtung. Und sie dürfen auch auf der Straße fahren (am besten zu dritt nebeneinander). Ob diese Regelgung sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ich denke nicht.

Aber missratene Radwege haben wir auch. Im letzten Jahr wurde gebaut wie blöde, aber schön zu fahren sind die Radwege nicht. Sie sind auch von Fußgängern und Radfahrern zu benutzen, dafür aber viel zu schmal. Dann so angelegt, dass einen Autofahrer, die aus ihren Einfahrten heraus kommen oder von Seitenstraßen einen schlecht sehen (die Gärten sind mit Hecken bepflanzt, da sieht man nichts.) Totale Fehlplannung. Der Hit ist aber ein ausgewiesener Wanderradweg, der voller dicker Steine ist. So Findlingsgroß. Ich glaube, dort wurde von der Gemeinde Bauschut entsorgt. Man kann noch nicht einmal über diesen Weg laufen, geschweige Radfahren. Da bricht man sich den Hals.
willy13
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von willy13 »

Flora hat geschrieben: Die dürfen das. Das ist kein Scherz. Rennräder bis zu einem gewissen Gewicht brauchen weder Klingel, noch Beleuchtung. Und sie dürfen auch auf der Straße fahren (am besten zu dritt nebeneinander). Ob diese Regelgung sinnvoll ist, ist eine andere Frage. Ich denke nicht.

quote]

Das steht so in keiner Verordnung , dass sind die Wunschträume dieser Träumer.
Alle Fahrräder für Personen über 6Jahre müßen eine Vehrstaugliche Ausrüstung haben wie es in der StVzo genannt ist.
Was da der Fahrradverein schreibt ist genau soviel Wert, wie die Wettervorhersage. Dieses ist nur zulässig bei einer angemeldeten und abgesperrten Sportveranstaltung.
Majaberlin
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Re: Fahrradrüpel werden immer mehr zur Gefahr

Beitrag von Majaberlin »

Nun, es gibt schon (auch befreiende) Vorschriften, allerdings sind diese dann an hohe Auflagen geknüpft. Und außerdem ist es wohl auch von Bundesland zu Bundesland oft unterschiedlich, manchmal auch in der Auslegung, denn 100%ig sind die Paragrafen oft nicht ausgeschrieben. Selbst Verkehrspolizisten geben einem unterschiedliche Auskünfte, wenn man sie fragt :lach1

Hier mal ein Auszug:
Rennräder sind befreit , da sie ab einem gewissen Gewicht unter "Sportgeräte" fallen
und deswegen keine Beleuchtung oder Reflektoren haben müssen.
Aber nur, wenn und solange sie an einer angemeldeten Rennveranstaltung teilnehmen. Ansonsten gilt StVZO §67 Für Rennräder, deren Gewicht nicht mehr als 11 kg beträgt, gilt abweichend folgendes:

Für den Betrieb von Scheinwerfer und Schlußleuchte brauchen anstelle der Lichtmaschine nur eine oder mehrere Batterien entsprechend Absatz 1 Satz 2 mitgeführt werden;

der Scheinwerfer und die vorgeschriebene Schlußleuchte brauchen nicht fest am Fahrrad angebracht zu sein; sie sind jedoch mitzuführen und unter den in § 17 Abs. 1 der Straßenverkehrs-Ordnung beschriebenen Verhältnissen vorschriftsmäßig am Fahrrad anzubringen und zu benutzen;

Scheinwerfer und Schlußleuchte brauchen nicht zusammen einschaltbar zu sein;

anstelle des Scheinwerfers nach Absatz 1 darf auch ein Scheinwerfer niedrigerer Nennspannung als 6 V und anstelle der Schlußleuchte nach Absatz 4 Nr. 1 darf auch eine Schlußleuchte nach Absatz 5 mitgeführt werden.

Rennräder sind für die Dauer der Teilnahme an Rennen von den Vorschriften der Absätze 1 bis 11 befreit.
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