uff - und ich dachte, dieser thread hier wäre eigentlich endlich ausdiskutiert... schwupps, geht's auf anderer ebene weiter.
na gut, macht man, ich war ja so leichtsinnig und hab's gelesen.
zum thema selbst möchte ich nichts sagen, nur soviel: wer veranschaulichen will, muß übertreiben und manchmal provozieren.
das ist ok, damit kann ich leben.
aber bitte hört doch mit solchen unterstellungen auf, wie es jetzt zum thema jäger der fall war.
trophäenjäger gehen mir ganz sicher auf den keks und ich denke, über die brauchen wir nicht zu sprechen und sind uns einig.
aber diese generelle pauschalisierung find ich nicht korrekt - ganz egal von wem sie kommt.
und was die vermeintlich fortschrittlicheren methoden der nahrungsbeschaffung betrifft:
was ist an massen- oder nutztierhaltung denn soviel fortschrittlicher? das leben, die aufzucht, die transporte, der gang selbst im schlachthof... selbst wenn bio vielleicht die charmantere variante ist?
ich habe großen respekt vor den vielen jägern, die ich kenne, die äußerst naturverbunden und tierlieb sind und die tiere, die sie erlegen, zu 100 % verwerten. da wird nix weggeschmissen, weil es nur das filetstück oder das zarteste fleisch sein darf, wie bei so vielen endverbrauchern im supermarkt, metzger oder beim bauern!
die tiere haben bis zu ihrem tod in freiheit gelebt - und werden, bitte vergeßt das nicht, bei wetterverhältnissen wie den aktuellen auch von jägern gefüttert - oder geht ihr in den wald und legt was hin?
es mag jetzt ein wenig hier vom thema (von dem man kaum noch weiß, worum es ursprünglich ging) abdriften, aber sorry, dafür sorgt ihr mit solchen "argumenten" selbst.
ich habe schon so manchen besch... "jäger" kennengelernt (das waren eher bewaffnete möchtegerns, die an den wochenenden was erleben wollten

) und ich habe gerade hier oben in niedersachsen ne menge menschen kennengelernt, die einen jagdschein besitzen und sich in besonderer weise um ihr revier kümmern und um die tiere, die dort leben.
und da gibt es ne menge beispiele, nicht zuletzt die endlose rumrennerei und das appellieren an die gassigeher während der brut- und setzzeit, wenn ausgerechnet die hundehalter, die ihre tiere nicht unter kontrolle haben, sie wild und gedankenlos durch die wälder und über die felder streifen lassen...
wie gesagt, ist ein beispiel. ich bin selbst hundehalterin und es geht mir nur darum zu zeigen, was jäger auch für ihr revier tun, außer 24 stunden am tag ans "töten" zu denken, weil sie soviel freude daran haben...
ich kenne ebenso das enttäuschte gesicht des jagdpächters, wenn ein freilaufender hund ein kleines kitz gerissen hat, nur weil frauchen die anleinpflicht wurscht war.
und wenn einem jäger im revier ein dreibeiniges reh über den weg rennt, wird es längst noch nicht über den jordan geknallt, nur weil es ein handicap hat, solange es offensichtlich gut damit zurechtkommt.
alles schon dagewesen und auch keine einzelfälle.
ja in der tat, jäger zu sein beinhaltet auch, daß von zeit zu zeit tiere erlegt werden.
menschen sind verschieden, jäger sind menschen, also gibt es auch da unterschiede.
ich weiß für mich persönlich nur eines: wer das, was er an fleisch verzehrt, selbst töten kann ohne quälerei und komplett jeden handschlag der "verwertung" selbst ausführt, den reduziere ich nicht auf den vorgang des tötens an sich - und ich werde erst recht nicht darüber urteilen, wie dieser mensch privat ist: als mensch, als kollege, als familienvater (mal abgesehen davon, daß es auch genügend jägerinnen gibt...)
eßt dann auch bitte keinen fisch mehr und verteufelt jeden, der mit fischfang zu tun hat oder angler ist - oder ist es schön wie fische verzweifelt jappsen bis sie sterben? oder ist es da nicht so wichtig, weil sie keine beine oder fell haben
meine güte, ihr geht euch in so vielem hier verbal an die gurgel und manchmal krieg ich das gefühl, daß die eigentliche sache völlig in den hintergrund tritt...
dagmar