Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

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Willi_chic
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von Willi_chic »

ereus hat geschrieben:Es fehlt die für 2013 geplante Offshore- Umlage und die Umlage 2012 nach §19 Abs. 2 StromNEV( 0,15 ct/kWh). Alles in Allen betragen 2013 die Saatsquote über 50%. Und es wird noch dicker kommen.
allein schon bei der Offshore-Umlage kriege ich einen dicken Hals, denn die Menge erzeugten Stroms kann ich messen und zählen
aber die Menhge nicht erzeugten Stroms kann ich nur schätzen (Integral über Windgeschwindigkeit x optimale Leistung)
und kein Stromerzeuger wird sich hier verschätzen

und wenn jetzt eon & Co per Gesetz gezwungen werden unrentable Kraftwerke zur Versorgungssicherheit am Netz zu halten, werden die das auch nicht umsonst tun

...und es wird noch dicker kommen

grüße klaus
Andy
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von Andy »

Hallo Cornelius,

Du kannst mich für naiv halten, aber ich halte die für naiv, die meinen mit Wind und Solar können wir energetisch überleben.

Zu Pumpspeicherkraftwerken: Insgesamt gibt es in Deutschland zur Zeit wohl ca. 7GW (für 4-8h). Dies ist nicht wirklich viel auf Deutschland bezogen. Nach den 4-8h ist dann auch Ende im Gelände für sehr lange Zeit, bis die Seen wieder voll sind. Kapazitäten gibt es z.B. Norwegen, aber leider keine Stromleitungen dorthin, die das schaffen. Der Ausbau dieser Leitungen bleibt mal wieder an den Steuerzahlern hängen (wie so vieles anderes auch) und zerstört Lebensraum.

Ich denke, ein gesunder Mix ist das sinnvollste, was man machen kann.

Im übrigen denke ich an die Proteste zu den neuen Kraftwerken bei uns im Umkreis. Hier geht es aber z.B. nur um ein Waldgebiet, welches mit Schadstoffen belastet werden könnte. Ich möchte nicht wissen, wieviele protestieren werden, wenn neue riesige Seen für Wasserkraftwerke entstehen sollen. ;-)
garibaldi
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von garibaldi »

Andy hat geschrieben:Hallo Cornelius,

Du kannst mich für naiv halten, aber ich halte die für naiv, die meinen mit Wind und Solar können wir energetisch überleben.

Zu Pumpspeicherkraftwerken: Insgesamt gibt es in Deutschland zur Zeit wohl ca. 7GW (für 4-8h). Dies ist nicht wirklich viel auf Deutschland bezogen. Nach den 4-8h ist dann auch Ende im Gelände für sehr lange Zeit, bis die Seen wieder voll sind. Kapazitäten gibt es z.B. Norwegen, aber leider keine Stromleitungen dorthin, die das schaffen. Der Ausbau dieser Leitungen bleibt mal wieder an den Steuerzahlern hängen (wie so vieles anderes auch) und zerstört Lebensraum.

Ich denke, ein gesunder Mix ist das sinnvollste, was man machen kann.

Im übrigen denke ich an die Proteste zu den neuen Kraftwerken bei uns im Umkreis. Hier geht es aber z.B. nur um ein Waldgebiet, welches mit Schadstoffen belastet werden könnte. Ich möchte nicht wissen, wieviele protestieren werden, wenn neue riesige Seen für Wasserkraftwerke entstehen sollen. ;-)

Sorry, ich halte nicht Dich für naiv, sondern die Argumentation. Sie beruht nämlich auf der Annahme, dass es in der Stromerzeugungs- und Speicherungstechnik keine Fortschritte gäbe, und das ist schlicht falsch.

Dass wir einen Mix brauchen, ist ja nun wirklich jedem klar, der ein kleines bisschen denken kann, aber der muss keine Kernenergie beinhalten. Es gibt einfach kein wirklich gutes Argument dafür, aber sehr viele dagegen. Dass es zur Zeit noch wenig Pumpspeicher-Kapazität gibt, hat ja nichts damit zu tun, dass man viel Kapazität schaffen könnte - wenn man denn wollte! Eine vernünftige, vorausschauende Energiepolitik hätte die ganze Thematik eben schon vor etlichen Jahren ernsthaft in Angriff genommen, anstatt erst einen Atomausstieg, dann einen Ausstieg aus dem Ausstieg und dann noch einen Ausstieg aus dem Ausstieg aus dem Ausstieg zu veranstalten und alle wirklich zukunftsweisenden Ansätze verkümmern zu lassen. Das mit den Mega-Offshore-Windparks halte ich auch wieder für einen fragwürdigen Weg, denn es konterkariert auch wieder das, was eigentlich langfristig der einzig vernünftige Ansatz ist, nämlich dezentrale Versorgung. Und ich bin überzeugt, dass man mit dezentraler Stromproduktion in ganz vielen kleinen Anlagen unterschiedlichster Art eine wesentlich bessere, umweltverträglichere, stabilere und billigere Stromversorgung hin bekäme, wenn man das nur mal richtig anschieben würde. Außerdem könnte man dafür die Bürger als Investoren gewinnen, was wiederum die Finanzierung erleichtern und damit die Kosten senken würde. Beispiele für solche Modelle gibt es ja schon ein paar. Und die Höchstspannungsleitungen über hunderte oder gar tausende Kilometer könnte man sich auch noch sparen ...
Willi_chic
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von Willi_chic »

garibaldi hat geschrieben:...denn es konterkariert auch wieder das, was eigentlich langfristig der einzig vernünftige Ansatz ist, nämlich dezentrale Versorgung. Und ich bin überzeugt, dass man mit dezentraler Stromproduktion in ganz vielen kleinen Anlagen unterschiedlichster Art eine wesentlich bessere, umweltverträglichere, stabilere und billigere Stromversorgung hin bekäme, wenn man das nur mal richtig anschieben würde. ..
das klappt leider nur dann, wenn jeder seine eigene Insel ist. Was jedoch den Nachteil hat daß daß die Insel nicht im Verbund arbeiten kann, für maximale Last ausgelegt werden muß, und keine Reserve hat

wens interessiert, in Wikipedia mal "Regelleistung" und "Europäisches Verbundsystem" nachschlagen

grüße klaus
garibaldi
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von garibaldi »

Willi_chic hat geschrieben:
garibaldi hat geschrieben:...denn es konterkariert auch wieder das, was eigentlich langfristig der einzig vernünftige Ansatz ist, nämlich dezentrale Versorgung. Und ich bin überzeugt, dass man mit dezentraler Stromproduktion in ganz vielen kleinen Anlagen unterschiedlichster Art eine wesentlich bessere, umweltverträglichere, stabilere und billigere Stromversorgung hin bekäme, wenn man das nur mal richtig anschieben würde. ..
das klappt leider nur dann, wenn jeder seine eigene Insel ist. Was jedoch den Nachteil hat daß daß die Insel nicht im Verbund arbeiten kann, für maximale Last ausgelegt werden muß, und keine Reserve hat

wens interessiert, in Wikipedia mal "Regelleistung" und "Europäisches Verbundsystem" nachschlagen

grüße klaus

Ich weiß nicht, warum man immer auf der einen Seite so fortschrittsgläubig und auf der anderen dann wieder so kleinmütig ist. Fakt ist doch, dass wir schon ein Verbundnetz von sehr vielen kleinen Anlagen haben. Und ich habe bisher nicht gehört, dass die hunderttausende Solaranlagen, die mittlerweile am Netz sind, diesem ernsthafte Schwierigkeiten machen. Nur den Stromkonzernen machen sie Schwierigkeiten, weil sie ihnen Konkurrenz machen!
Andy
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von Andy »

garibaldi hat geschrieben:Dass es zur Zeit noch wenig Pumpspeicher-Kapazität gibt, hat ja nichts damit zu tun, dass man viel Kapazität schaffen könnte - wenn man denn wollte!

Vielleicht hast Du nicht gelesen, was ich geschrieben habe,dann jetzt noch mal.

Versuche mal ein riesen Tal zu fluten, um Kapazität für ein Pumpspeicherkraftwerk zu bekommen. Glaub mir, selbst Atomkraftgegener werden plötzlich zu Pumpkraftwerksgegnern.

Und vielleicht gibt es auch Personen, die sich mit Versorgungsnetzten beschäftigen - die haben das sogar studiert. Und auch die würden Dir sagen, dass all das nicht so einfach ist. Von wegen Grundlast, Überlast, möglichen Schwarzfall, etc.
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von he76xe »

@garibaldi
Nee da reicht kein einfaches Danke,
besser hätte das nicht erklären können.
@willi-chic
Vor dem Ausstieg aus dem Ausstieg,
hatten Kommunen zur Deckung des Energiebedarfs für ihre Gemeinde dezentrale,
also eigene, Energie-Anlagen geplant und gebaut.
In Bayern wären ganze Kommunen schon längst unabhängig,
wenn sie ihren Solarstrom nicht ins Netz einspeisen müssten.

In Niedersachsen wurde einer Kommune die Netznutzung des örtlichen Netzes und Einspeisung versagt.
Der Strom wäre unschlagbar günstig gewesen... (Erzeugung aus Bioabfällen und Gülle)

In Nordrheinwestfalen machte es keinen Sinn eine Anlage ans Netz zu bringen,
weil der dort erzeugte Strom überflüssig gewesen wäre und
weil die RWE wieder mal am längeren Hebel saß und für die Netzeinspeisung hohe Gebühren verlangten.

Alle Investitionen waren für die Katz.
Die Wendehälse (Nenn jetzt keine Partei)sind vor den IHK´s und
den Big Five mit ihrem
Geldsegen (Parteispenden), der Wahlkampfunterstützung und
den Versprechen auf aussichtsreichen "Karrieren" eingeknickt.

Bin mal gespannt welche gescheiterte Politkerexistens nach der Wahl 2013,
welchen Aufsichtsratsposten besetzt.

Bitte, bitte kommt mir nu nich mit Energiespeicherung...Es fehlt ganz lapidar an Stromnetzen und das Europaweit.
Den Salat, den wir jetzt und hier haben, ist alleine darauf zurückzuführen,
das bestimmenden Leute und Konzerne den Fortschritt verhindern wollten und die "Entwicklung"
verpennten, nun die Marktmacht verlieren würden und nicht mehr dran verdienen könnten.
Den Verantwortlichen und den Aktionären in diesen Geflecht geht der Ar***h auf Grundeis.

Traurig aber wahr...
Gut, dass es das Unglück in Japan gegeben hat.
Gut, dass Asse ein Paradebeispiel für eine große Sauerei ist.

Schönen Tag noch
he76xe
Zuletzt geändert von he76xe am Mo 24. Sep 2012, 19:19, insgesamt 2-mal geändert.
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von nordlandfan »

hier [clicklink=]http://www.sma.de/unternehmen/pv-leistu ... hland.html[/clicklink] ein aktueller Überblick, was die dezentrale Komponente Solarstrom des Ökostrommixes momentan+täglich wirklich leistet. Vielleicht kennt jemand sowas auch für Windenergie ?

Grüße, Heinz
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von he76xe »

Andy hat geschrieben:
garibaldi hat geschrieben:Dass es zur Zeit noch wenig Pumpspeicher-Kapazität gibt, hat ja nichts damit zu tun, dass man viel Kapazität schaffen könnte - wenn man denn wollte!

Vielleicht hast Du nicht gelesen, was ich geschrieben habe,dann jetzt noch mal.

Versuche mal ein riesen Tal zu fluten, um Kapazität für ein Pumpspeicherkraftwerk zu bekommen. Glaub mir, selbst Atomkraftgegener werden plötzlich zu Pumpkraftwerksgegnern.

Und vielleicht gibt es auch Personen, die sich mit Versorgungsnetzten beschäftigen - die haben das sogar studiert. Und auch die würden Dir sagen, dass all das nicht so einfach ist. Von wegen Grundlast, Überlast, möglichen Schwarzfall, etc.

Wäre ein Kohle - oder Kernkraftwerk vor deiner Haustür das geringere Übel?
Frag doch mal einen Brockdorfer?

Talsperre finde ich toll, hat zumindest eine hohen Freizeitwert.
Habe selber miterleben dürfen, als in den 1970 die Wiehl-Talsperre als Trinkwasserreservoir gebaut wurde.
Die Dörfler hatten nichts gegen die Umsiedlung...denen gings nachher allen gut,
in ihren neuen Dörfern, auf ihren neuen Gehöften und in ihren neuen Häusern.
Braunkohletagebau verlangt auch Umsiedlung.
Die Menschen könne sich auch nicht wehren.
Na, ja nach Jahrzehnten wird ja dann mal alles renaturiert.

Fakt ist doch, dass auch neue Kraftwerke (Kohle, Gas Kernenergie gebaut würden müssten,
wenn wir jetzt nicht endlich alle mal umdenken.

Zum Thema elektrische Energie speichern, selbst EON probiert damit rum:
[clicklink=]http://de.wikipedia.org/wiki/EE-Gas[/clicklink]
[clicklink=]http://www.50hertz.com/cps/rde/xchg/trm ... 1-B115FEA9[/clicklink]

Schönen Abend noch
he76xe
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Re: Atomstrom ist ja soooo sauber und wirschaftlich.......

Beitrag von Willi_chic »

.....Und ich habe bisher nicht gehört, dass die hunderttausende Solaranlagen, die mittlerweile am Netz sind, diesem ernsthafte Schwierigkeiten machen
-> doch, tun sie, weil ihr Verhalten nicht vorhersehbar ist. Jedesmal wenn ich zuhaus das Licht anmache, muß irgendwer irgendwo die 60 Watt ins Netz einspeisen

.....in Bayern wären ganze Kommunen schon längst unabhängig, wenn sie ihren Solarstrom nicht ins Netz einspeisen müssten.
-> und was tun sie nachts oder im im Winter?

..... weil die RWE wieder mal am längeren Hebel saß und für die Netzeinspeisung hohe Gebühren verlangten.
-> die Erzeugung von Strom ist eigentlich recht billig, teuer ist der Transport. Wieso sollte ich meine Privatstraße gratis für den öffentlichen Verkehr zur Verfügung stellen?

......Den Salat, den wir jetzt und hier haben, ist alleine darauf zurückzuführen, das bestimmenden Leute und Konzerne den Fortschritt verhindern wollten und die "Entwicklung"
verpennten
-> unser Stromnetz ist in vielen Jahren gewachsen und konnte den Ausstieg vom Ausstieg vom Ausstieg mit Umstieg leider nicht so schnell mitmachen wie die populistischen Entscheidungen unserer Wendehälse

wer erinnert sich noch an die rückwirkende Neubesteuerung von Womos?
warum wohl hat man das nicht auch bei der Brennelementesteuer beschlossen?
durch den langen Zeitraum zwischen Beschluß und Wirksamkeit konnten RWE & Co sich noch steuerfrei mit neuen Brennelemten eindecken. Diese stecken nun "angekokelt" im Reaktor und müssen im abgeschalteten Kraftwerk jahrelang gekühlt werden. Kostet Geld und Sicherheit (bei Fukushima waren es genau diese Brennelemente die zur Katastrophe führten!)

zahlen tun wirs, und es wird noch dicker kommen

grüße klaus
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