@Gimli
Danke Uwe. Ich hatte im Hinterkopf, dass einzelne Gedichte, namhafter Dichter, als Kulturgut angesehen werden und deshalb zitiert werden dürfen (ohne kommerziellen Hintergrund) und nur die Gesamtwerke des Dichters dem Urheberrecht unterliegen (sofern dieser noch keine 70 Jahre tot ist).
Lieblingsgedichte
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Zora
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Re: Lieblingsgedichte
Stimmt. Das Urheberrecht gilt zeitlich nicht unbeschränkt. Es gilt regelmäßig bis zu 70 Jahre nach Tod des Urhebers. Nach Ablauf der Schutzdauer werden die Werke gemeinfrei, das heißt, sie können von jedermann verwendet werden.
Re: Lieblingsgedichte
Mir gefällt dieses hier ganz besonders:
Gedicht von Theodor Fontane1819-1898
Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muß in dir selber leben.
Wenn's deinem Innersten gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
Ist all dir wenig nütze.
Das flücht'ge Lob, des Tages Ruhm
Magst du dem Eitlen gönnen;
Das aber sei dein Heiligtum:
Vor dir bestehen können.
Gedicht von Theodor Fontane1819-1898
Es kann die Ehre dieser Welt
Dir keine Ehre geben,
Was dich in Wahrheit hebt und hält,
Muß in dir selber leben.
Wenn's deinem Innersten gebricht
An echten Stolzes Stütze,
Ob dann die Welt dir Beifall spricht,
Ist all dir wenig nütze.
Das flücht'ge Lob, des Tages Ruhm
Magst du dem Eitlen gönnen;
Das aber sei dein Heiligtum:
Vor dir bestehen können.
Re: Lieblingsgedichte
Hi Joxy,
ein wunderbares Gedicht, es gehört auch zu meinen Lieblingen.
Fontane schreibt dazu in einem Brief an seine Freunde am 11.11.1889
- Wir "rechnen" noch immer mit der Menschheit.
Beifall, Zustimmung, Ehren bedeuten uns immer noch was, als wäre damit etwas getan. Das ist aber falsch und unklug. Wir müssen vielmehr unsre Seele mit dem Glauben an die Nichtigkeit dieser Dinge ganz erfüllen und unser Glück einzig und allein in der Arbeit, in dem uns Betätigen unserer selbst finden. -
Anmerkung Maxima: wobei nach dem aristotelischen Weltbild das Betätigen nicht nur auf die praktische ARBEIT bezogen ist, man ist auch tätig, wenn man im Sessel sitzt und darüber nachdenkt, wohin die nächste Wohnmobilreise gehen soll, grins!
LG
Maxima
ein wunderbares Gedicht, es gehört auch zu meinen Lieblingen.
Fontane schreibt dazu in einem Brief an seine Freunde am 11.11.1889
- Wir "rechnen" noch immer mit der Menschheit.
Beifall, Zustimmung, Ehren bedeuten uns immer noch was, als wäre damit etwas getan. Das ist aber falsch und unklug. Wir müssen vielmehr unsre Seele mit dem Glauben an die Nichtigkeit dieser Dinge ganz erfüllen und unser Glück einzig und allein in der Arbeit, in dem uns Betätigen unserer selbst finden. -
Anmerkung Maxima: wobei nach dem aristotelischen Weltbild das Betätigen nicht nur auf die praktische ARBEIT bezogen ist, man ist auch tätig, wenn man im Sessel sitzt und darüber nachdenkt, wohin die nächste Wohnmobilreise gehen soll, grins!
LG
Maxima
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Holger-Jens
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Re: Lieblingsgedichte
Wenn es dir übel geht,
Nimm es für gut nur immer,
Denn wenn du's übel nimmst,
So wird es nur noch schlimmer.
Und tut ein Freund dir weh,
Verzeih's ihm und versteh,
Es ist ihm selbst nicht wohl,
Sonst tät er dir nicht weh.
Doch wenn dich Liebe kränkt,
Sei dir's zu Lieb' ein Sporn,
Daß du die Rose hast,
Das fühlst du auch am Dorn.
von Friedrich Rückert
* 16. 05. 1788 - Schweinfurt
† 31. 01. 1866 - Coburg
Nimm es für gut nur immer,
Denn wenn du's übel nimmst,
So wird es nur noch schlimmer.
Und tut ein Freund dir weh,
Verzeih's ihm und versteh,
Es ist ihm selbst nicht wohl,
Sonst tät er dir nicht weh.
Doch wenn dich Liebe kränkt,
Sei dir's zu Lieb' ein Sporn,
Daß du die Rose hast,
Das fühlst du auch am Dorn.
von Friedrich Rückert
* 16. 05. 1788 - Schweinfurt
† 31. 01. 1866 - Coburg
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diga
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Re: Lieblingsgedichte
Großer Vogel
Die Nachtigall ward eingefangen,
Sang nimmer zwischen Käfigstangen.
Man drohte, kitzelte und lockte.
Gall sang nicht. Bis man die Verstockte
In tiefsten Keller ohne Licht
Einsperrte. - Unbelauscht, allein
Dort, ohne Angst vor Widerhall,
Sang sie
Nicht - -,
Starb ganz klein
Als Nachtigall.
Joachim Ringelnatz (eigentlich Hans Bötticher, 1883 - 1934)
Gruß Dieter
Die Nachtigall ward eingefangen,
Sang nimmer zwischen Käfigstangen.
Man drohte, kitzelte und lockte.
Gall sang nicht. Bis man die Verstockte
In tiefsten Keller ohne Licht
Einsperrte. - Unbelauscht, allein
Dort, ohne Angst vor Widerhall,
Sang sie
Nicht - -,
Starb ganz klein
Als Nachtigall.
Joachim Ringelnatz (eigentlich Hans Bötticher, 1883 - 1934)
Gruß Dieter
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diga
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Re: Lieblingsgedichte
"Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten
Und das Mark des Lebens in mich einsaugen.
Um alles fortzuwerfen, das kein Leben barg.
Um nicht an meinem Todestage innezuwerden,
dass ich nie gelebt hatte"
Autor unbekannt, aber nicht der dazu gehörige Film.
Ich wollte das Dasein auskosten
Und das Mark des Lebens in mich einsaugen.
Um alles fortzuwerfen, das kein Leben barg.
Um nicht an meinem Todestage innezuwerden,
dass ich nie gelebt hatte"
Autor unbekannt, aber nicht der dazu gehörige Film.
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Gimli
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Re: Lieblingsgedichte
Moin Dieter,diga hat geschrieben:"Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten
Und das Mark des Lebens in mich einsaugen.
Um alles fortzuwerfen, das kein Leben barg.
Um nicht an meinem Todestage innezuwerden,
dass ich nie gelebt hatte"
Autor unbekannt, aber nicht der dazu gehörige Film.
diese Zeilen stammen von Henry David Thoreau (1817-1862)
-
diga
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Re: Lieblingsgedichte
Danke Uwe !!Gimli hat geschrieben:Moin Dieter,diga hat geschrieben:"Ich ging in die Wälder, weil ich bewusst leben wollte.
Ich wollte das Dasein auskosten
Und das Mark des Lebens in mich einsaugen.
Um alles fortzuwerfen, das kein Leben barg.
Um nicht an meinem Todestage innezuwerden,
dass ich nie gelebt hatte"
Autor unbekannt, aber nicht der dazu gehörige Film.
diese Zeilen stammen von Henry David Thoreau (1817-1862)
Re: Lieblingsgedichte
aus aktuellem Anlass noch eins von ringelnatz.
Wer hat zum Steuerbogenformular
den Text erfunden?
Ob der in jenen Stunden,
da er dies Wunderwirr gebar,
wohl ganz --- oder total --- war?
Du liest den Text. Du sinnst. Du spinnst.
Du grinst - "Welch Rinds" - Und du beginnst
wieder und wieder. Eisigkalt
kommt die Vision dir "Heilanstalt".
Für ihn? Für dich? - Dein Witz erblaßt.
Der Mann, der jenen Text verfaßt,
was mag er dünkeln oder wähnen?
Ahnt er denn nichts von Zeitverlust und Tränen?
Wir kommen nicht auf seine Spur.
Und er muß wohl so sein und bleiben.
Auf seinen Grabstein sollte man nur
den Text vom Steuerbogen schreiben.
Wer hat zum Steuerbogenformular
den Text erfunden?
Ob der in jenen Stunden,
da er dies Wunderwirr gebar,
wohl ganz --- oder total --- war?
Du liest den Text. Du sinnst. Du spinnst.
Du grinst - "Welch Rinds" - Und du beginnst
wieder und wieder. Eisigkalt
kommt die Vision dir "Heilanstalt".
Für ihn? Für dich? - Dein Witz erblaßt.
Der Mann, der jenen Text verfaßt,
was mag er dünkeln oder wähnen?
Ahnt er denn nichts von Zeitverlust und Tränen?
Wir kommen nicht auf seine Spur.
Und er muß wohl so sein und bleiben.
Auf seinen Grabstein sollte man nur
den Text vom Steuerbogen schreiben.
