Wir stehen grundsätzlich gern frei. Nicht aus finanziellen Gründen oder gar Geiz, sondern weil wir unsere Ruhe haben wollen. Offenbar sind wir selbst Leisetreter. Nachbarn fragen häufig, ob wir denn überhaupt nie da seien, weil sie nichts von uns hören. Und wir möchten in der Regel auch nichts - lautes Palaver, Musik, Gehämmer, was auch immer Leute so an Geräuschen produzieren - hören.
Wir lieben die Natur und die Stille oder die Laute der Natur. Wo Menschen sich
fröhlich zusammenrotten, haben Vögel keine Chance.
Das bedeutet natürlich genauso, dass wir auch anderen ihre Ruhe gönnen.
Wenn wir frei stehen, dann so, dass wir niemandem den Raum stehlen, sei es in Form von Parkplatz oder Aussicht. Wir wollen niemanden belästigen, auch nicht Mutter Natur.
Grundsätzlich halten wir uns dabei an Ge- und Verbote und achten darauf, dass wir alles wieder so verlassen, wie wir es vorgefunden haben. D.h. nicht ganz. Wir können tatsächlich auch auf die Idee kommen, den Müll (vor allem dieses elende Plastikzeugs, an dem hungrige Tiere grausam krepieren) anderer mitzunehmen und an den dafür vorgesehenen Stellen zu entsorgen.
Wenn es nicht angebracht ist, breiten wir uns auch nicht aus. Nur dort, wo wir absolut allein sind, stellen wir Tisch und Stühle raus.
Wenn wir allerdings einmal Lust auf Camping mit allem Drum und Dran, also z.B. auch Grillen im Freien, haben - auch das kommt ab und an mal vor, denn auch wir brauchen mal ein Gespräch mit anderen Lebewesen und auch wir beobachten mal gern das Treiben anderer (ziehen aber auch nicht unsere Gardinen zu, wenn andere in der Nähe sind) -, dann suchen auch wir uns einen Camping- oder Stellplatz mit ausreichend Grün und Freiraum, möglichst ohne Hecken (Erstaunlich viele Leute glauben, Hecken seien nicht nur ein Sicht- sondern auch ein Lärmschutz

)
Aber auch dort verhalten wir uns ruhig - wenn wir uns keiner Meute anschließen

-, lassen kein Radio dudeln, belästigen andere nicht mit den Bässen unseres Fernsehers (ganz fies!) und haben natürlich - das wäre nun wirklich nicht passend - keinen Moppel.
Und dann ziehen wir ganz schnell wieder in irgendein
Kleinöd (frei nach Moni) und genießen die Stille.
Darum, dass wir dadurch selten Geld für die Übernachtung ausgeben, machen wir uns keinen Kopp. Wir essen schließlich, auch wenn wir selten in Restaurants gehen können. Besonders gern kaufen wir Berge an frischem Gemüse und Obst aus örtlichen Bioläden - ziemlich teuer! - oder von Markthändlern. Wir kaufen gern á la France Passion bei Bauern ein. Wir schauen uns Sehenswürdigkeiten an, die in den seltensten Fällen kostenlos sind. Wir sitzen gern in Straßencafés bei einem leckeren Kaffee oder Eis.
Und dann dürfen wir wohl auch mal öffentliche Toiletten benutzen, um unser chemiefreies Klo zu leeren, oder Wasser zu bunkern, wo man es uns kostenlos oder gegen geringes Entgelt zur Verfügung stellt.
