Für alle Sternengucker

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maxima
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Für alle Sternengucker

Beitrag von maxima »

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Im Dezember fallen am Abendhimmel zwei helle Gestirne im Südwesten auf, die dicht beieindander stehen. Es handelt sich um die beiden hellsten Planeten: Jupiter und Venus. Während Venus, die hellere von beiden, vor wenigen Tagen noch links unterhalb von Jupiter stand, entfernt sie sich von Abend zu Abend weiter von ihm und erreicht dabei immer größere Höhen über dem Horizont. Ihr Untergang Anfang Dez. 19.15 und Ende des Monats 20.30 Uhr.
Jupiter dagegen geht immer früher unter und ist am Monatsende nur noch in der Dämmerung zu beobachten. Er verabschiedet sich übrigens bald und ist für uns mehrere Monate nicht mehr sichtbar. An den Tagen um Silvester kann Jupiter dennoch als Hilfe zum Aufsuchen des schwächeren Planeten Merkur dienen, der etwa eine Daumenbreite unterhalb von ihm zu finden ist. Das Zeitfenster für die Merkurbeobachtung ist allerdings sehr kurz, denn zwischen Sonnenuntergang gegen 16.30 und Merkur-Untergang gegen 17.45 ist es um 17.00 Uhr herum nur 15 bis 30 Minuten dämmrig genug, um den sonnennahen Merkur auszumachen, bevor er im Horizontdunst verschwindet. Eine gute Sicht zum Südwesthorizont und klarer Himmel sind Voraussetzungen für eine Sichtung. Saturn ist erst in der zweiten Nachthälfte zu sehen.
Planeten sind auch in kleinen Fernrohren gut zu beobachten, denn sie sind - bei nicht zu hoher Vergrößerung - leicht zu finden und weisen interessante Details auf: Jupiter zeigt streifenartige Strukturen auf seiner Oberfläche, bei denen es sich um Wolkenbänder handelt; außerdem erkennt man bis zu vier helle Pünktchen neben dem Planeten: Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kalisto. Man kann sie auch schon mit einem guten Fernglas sehen, es macht mir immer wieder Freude sie zu beobachten, zumal sie jeden Abend in einer anderen Konstellation erscheinen. Jupiter hat noch mehr Monde, aber nur diese 4 sind sichtbar. Venus zeigt keine Einzelheiten der Oberfläche, da sie voll von einer Wolkendecke eingehüllt ist.
Besondere Freude macht natürlich jetzt der winterliche Nachthimmel. Alleine das Sternbild Orion wurd durch sieben auffällige Sterne markiert. Ab etwa 22.00 Uhr steht Orion, der Himmelsjäger, hoch genug über dem Osthorizont, um ihn sehr gut erkennen zu können. Die drei in einer Reihe stehenden "Gürtelsterne" des Orions weisen Richtung Horizont auf Sirius, den hellsten Stern am Himmel, übrigens sehr gut durch sein "Blinkern" zu erkennen. Wer in der Silvesternacht einen klaren Himmel hat, kann Orion und Sirius um Mitternacht in ihrer höchsten Stellung im Süden bewundern. Rechts oberhalb des Orion finden sich die Zwillinge mit den beiden etwa gleich hellen Sternen Castor und Pollux, und links davon trifft man auf den Stier, der besonders durch seinen rötlich leuchtenden Hauptstern Aldebaran auffällt. Der große Wagen, der in unseren Breiten niemals untergeht, durchläuft derzeit am Abend seine tiefste Position. Er steht nur knapp über dem Nordhorizont, auf dem er von links nach rechts entlangzufahren scheint, bevor er im weiteren Verlauf der Nacht steil im Nordosten aufsteigt.
Ich wünsche Euch viel Spaß am hoffentlich wolkenfreien Ábendhimmel!

LG
Maxima




Zwei Dinge erfüllen das Gemüth mit immer neuer und
zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht,
je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt:
der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt,
oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise
suchen und blos vermuthen;
ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar
mit dem Bewußtsein meiner Existenz.
(Kant: Kritik der praktischen Vernunft; Akademie-Ausgabe V, 161f.)
Zuletzt geändert von maxima am Do 18. Dez 2008, 10:52, insgesamt 5-mal geändert.
Specht
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von Specht »

Hallo Maxima,
vielen Dank für die Erklärung. Venus und Jupiter haben wir neulich am frühen Abend bei einem Speziergang gesehen...nur wussten wir nicht, dass es die beiden waren. Sie standen nahe beim Mond und Volker hat es sogar fotografiert, denn das war ein tolles Bild!

Da wir 4 Dachflächenfenster haben (eines sogar zum Aufschieben), gucken wir ab und zu auch mal in den Himmel, haben uns aber ansonsten noch nicht weiter damit befasst, aber deine Ausführungen machen doch Lust auf mehr (bin eigentlich eher meteorologisch interessiert). Aber so werde ich auch in den nächsten Tagen mal die Augen offenhalten ;)
maxima
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von maxima »

Der Sterne Lauf beobachten, als ob man mit ihnen herumkreiste,
und die Wandlungen der Elemente ineinander beständig im Sinn haben;
denn Vorstellungen dieser Art spülen den Schmutz des irdischen Lebens fort.

Aus den Selbstbetrachtungen von Marc Aurel, röm. Kaiser (121 - 180)
maxima
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von maxima »

Nachdem mir mein Schatz vor ein paar Jahren zu Weihnachten ein Fernglas geschenkt hat, mit dem ich endlich die Jupitermonde erkennen konnte, habe ich nun einen SkyScout bekommen. Das ist ein Supergerät mit GPS, welches jeden anvisierten Stern oder Planeten erkennt und jede Menge Informationen über das identifizierte Objekt in Schrift und Ton zur Verfügung hat, also z.B. den Namen des Objektes, wie alt, Temperatur, wieviele Lichtjahre entfernt etc.. Für einen interessierten Laien wie mich und auch für Eltern mit fragenden Kindern, ist dieses Gerät ein Segen, man kann sich unmittelbar Gewissheit verschaffen, das finde ich super. Sogar weniger gut sichtbare Sterne, wie z.B. die Gürtelsterne des Orion hat die Kiste drauf.
Im Moment einziger Nachteil: mit Handschuhen ist die Bedienung nicht so einfach und ohne fallen mir bald die Finger ab. Ein heftiger Grund mich auf den Sommer zu freuen, aber dann ist leider der Orion nicht mehr da.
LG
Maxima

http://www.teleskop-shop24.de/html/skys ... tAodezVcDA
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von womonauten »

Hey Maxima,

wenn Du Dich auch so für die Astrophysik interessierst, dann empfehle ich Dir folgendes Buch von Harald Lesch (meine Frau "arbeitet" sich da gerade durch):

Weißt Du, wieviel Sterne stehen? Wie das Licht in die Welt kommt

Da erfährst Du alles, was Sterne betrifft, wie sie entstehen, wie und warum sie so leuchten, wie weit sie entfernt sind, warum das Weltall nur endlich groß ist, usw........Harald Lesch ist bekannt als herausragender Didaktiker, also keine Scheu vor "Großen Erklärungen"

Hier mal ne "Kostprobe":

http://www.veoh.com/collection/bestgerm ... 46KzxeQa4a

Gruß David
maxima
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von maxima »

Hi David,
das ist aber lieb von Dir, vielen Dank für den Tipp. Das Buch von Prof.Lesch habe ich schon, aber die Filme sind mir neu. Hab den Lesch gerade unlängst in B3 gesehen, er war u.a. Gast bei "Pelzig unterhält sich," eine meiner Lieblings-Kabarettsendungen!
LG
Maxima
Zuletzt geändert von maxima am Do 5. Feb 2009, 15:50, insgesamt 1-mal geändert.
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von womonauten »

Hi Maxima,

das ging aber schnell. Habe gerade die Sendung über die Sonne angeschaut...ist gut erzählt, ohne viel "klimbim".
maxima
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von maxima »

Hi David,
wir haben uns gerade auch den Film über die Sonne angehört, wirklich sehr interessant. Mein Schatz meint, daß die Schlußfolgerung, wonach alle anderen Sonnensysteme, die Planeten haben, nicht älter sein können als unser Sonnensystem, nicht zwingend nachvollziehbar ist. Nun folgte noch eine Diskussion über die geplante Landung von Rosetta im Jahr 2014 und die Entschlüsselung der Hyroglyphen. :P
LG
Maxima
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von maxima »

Hi David,
habe bei meiner Morgenlektüre gerade entdeckt, daß die Kabarettsendung "Aufgemerkt! Pelzig unterhält sich", in der u.a. auch Prof.Lesch einen Auftritt hat, heute Abend im Bay.Fernsehen um 23.00 Uhr wiederholt wird. Vielleicht hast Du ja Lust mal reinzuschauen.
Dir einen schönen Tag und
LG
Maxima
womonauten
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Re: Für alle Sternengucker

Beitrag von womonauten »

maxima hat geschrieben:Hi David,
wir haben uns gerade auch den Film über die Sonne angehört, wirklich sehr interessant. Mein Schatz meint, daß die Schlußfolgerung, wonach alle anderen Sonnensysteme, die Planeten haben, nicht älter sein können als unser Sonnensystem, nicht zwingend nachvollziehbar ist. Nun folgte noch eine Diskussion über die geplante Landung von Rosetta im Jahr 2014 und die Entschlüsselung der Hyroglyphen. :P
LG
Maxima
Hey, ihr seid ja richtig tief in der Materie :o ;)

Ich habe das auch nicht so genau verstanden. Eher nachvollziehbar ist die Zusammensetzung bzw. Verteilung von "schweren" Elementen im Weltall, konsequenterweise auch für die Planeten in anderen Sternsystemen. Die Aufteilung bzw. das Vorhandensein von "Eisenelementen" ist für die Bildung von Leben (so wie wir uns das überhaupt vorstellen können) von besonderer Bedeutung. Dazu müssten aber - so meine Kenntnis - schon einige der sehr schweren Sterne (als Supernova) explodiert sein, damit die "Eisenelemente" sich verteilen konnten und bei der Bildung neuer Himmelskörper dann mit "im Spiel sind". Hieraus läßt sich dann (auch) das Alter der Sterne (und somit der Planeten) bestimmen, d.h. je Jünger desto mehr "Eisen". Natürlich ist das vermutlich nur ne grobe Näherung, aber für unser Sonnensystem und die Bildung von Leben auf der Erde schon wichtig. Somit wird "Leben" nur auf den Planeten erwartet, die nicht älter sind als unser Sonnensystem. Ich denke das kann man schon eher unterschreiben.

Ach, und danke für den Fernsehhinweis. Werde ich vermutlich erstmal aufzeichnen.

Gruß David
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