Für alle Sternengucker
Verfasst: Di 16. Dez 2008, 15:23
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Im Dezember fallen am Abendhimmel zwei helle Gestirne im Südwesten auf, die dicht beieindander stehen. Es handelt sich um die beiden hellsten Planeten: Jupiter und Venus. Während Venus, die hellere von beiden, vor wenigen Tagen noch links unterhalb von Jupiter stand, entfernt sie sich von Abend zu Abend weiter von ihm und erreicht dabei immer größere Höhen über dem Horizont. Ihr Untergang Anfang Dez. 19.15 und Ende des Monats 20.30 Uhr.
Jupiter dagegen geht immer früher unter und ist am Monatsende nur noch in der Dämmerung zu beobachten. Er verabschiedet sich übrigens bald und ist für uns mehrere Monate nicht mehr sichtbar. An den Tagen um Silvester kann Jupiter dennoch als Hilfe zum Aufsuchen des schwächeren Planeten Merkur dienen, der etwa eine Daumenbreite unterhalb von ihm zu finden ist. Das Zeitfenster für die Merkurbeobachtung ist allerdings sehr kurz, denn zwischen Sonnenuntergang gegen 16.30 und Merkur-Untergang gegen 17.45 ist es um 17.00 Uhr herum nur 15 bis 30 Minuten dämmrig genug, um den sonnennahen Merkur auszumachen, bevor er im Horizontdunst verschwindet. Eine gute Sicht zum Südwesthorizont und klarer Himmel sind Voraussetzungen für eine Sichtung. Saturn ist erst in der zweiten Nachthälfte zu sehen.
Planeten sind auch in kleinen Fernrohren gut zu beobachten, denn sie sind - bei nicht zu hoher Vergrößerung - leicht zu finden und weisen interessante Details auf: Jupiter zeigt streifenartige Strukturen auf seiner Oberfläche, bei denen es sich um Wolkenbänder handelt; außerdem erkennt man bis zu vier helle Pünktchen neben dem Planeten: Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kalisto. Man kann sie auch schon mit einem guten Fernglas sehen, es macht mir immer wieder Freude sie zu beobachten, zumal sie jeden Abend in einer anderen Konstellation erscheinen. Jupiter hat noch mehr Monde, aber nur diese 4 sind sichtbar. Venus zeigt keine Einzelheiten der Oberfläche, da sie voll von einer Wolkendecke eingehüllt ist.
Besondere Freude macht natürlich jetzt der winterliche Nachthimmel. Alleine das Sternbild Orion wurd durch sieben auffällige Sterne markiert. Ab etwa 22.00 Uhr steht Orion, der Himmelsjäger, hoch genug über dem Osthorizont, um ihn sehr gut erkennen zu können. Die drei in einer Reihe stehenden "Gürtelsterne" des Orions weisen Richtung Horizont auf Sirius, den hellsten Stern am Himmel, übrigens sehr gut durch sein "Blinkern" zu erkennen. Wer in der Silvesternacht einen klaren Himmel hat, kann Orion und Sirius um Mitternacht in ihrer höchsten Stellung im Süden bewundern. Rechts oberhalb des Orion finden sich die Zwillinge mit den beiden etwa gleich hellen Sternen Castor und Pollux, und links davon trifft man auf den Stier, der besonders durch seinen rötlich leuchtenden Hauptstern Aldebaran auffällt. Der große Wagen, der in unseren Breiten niemals untergeht, durchläuft derzeit am Abend seine tiefste Position. Er steht nur knapp über dem Nordhorizont, auf dem er von links nach rechts entlangzufahren scheint, bevor er im weiteren Verlauf der Nacht steil im Nordosten aufsteigt.
Ich wünsche Euch viel Spaß am hoffentlich wolkenfreien Ábendhimmel!
LG
Maxima
Zwei Dinge erfüllen das Gemüth mit immer neuer und
zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht,
je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt:
der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt,
oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise
suchen und blos vermuthen;
ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar
mit dem Bewußtsein meiner Existenz.
(Kant: Kritik der praktischen Vernunft; Akademie-Ausgabe V, 161f.)
Im Dezember fallen am Abendhimmel zwei helle Gestirne im Südwesten auf, die dicht beieindander stehen. Es handelt sich um die beiden hellsten Planeten: Jupiter und Venus. Während Venus, die hellere von beiden, vor wenigen Tagen noch links unterhalb von Jupiter stand, entfernt sie sich von Abend zu Abend weiter von ihm und erreicht dabei immer größere Höhen über dem Horizont. Ihr Untergang Anfang Dez. 19.15 und Ende des Monats 20.30 Uhr.
Jupiter dagegen geht immer früher unter und ist am Monatsende nur noch in der Dämmerung zu beobachten. Er verabschiedet sich übrigens bald und ist für uns mehrere Monate nicht mehr sichtbar. An den Tagen um Silvester kann Jupiter dennoch als Hilfe zum Aufsuchen des schwächeren Planeten Merkur dienen, der etwa eine Daumenbreite unterhalb von ihm zu finden ist. Das Zeitfenster für die Merkurbeobachtung ist allerdings sehr kurz, denn zwischen Sonnenuntergang gegen 16.30 und Merkur-Untergang gegen 17.45 ist es um 17.00 Uhr herum nur 15 bis 30 Minuten dämmrig genug, um den sonnennahen Merkur auszumachen, bevor er im Horizontdunst verschwindet. Eine gute Sicht zum Südwesthorizont und klarer Himmel sind Voraussetzungen für eine Sichtung. Saturn ist erst in der zweiten Nachthälfte zu sehen.
Planeten sind auch in kleinen Fernrohren gut zu beobachten, denn sie sind - bei nicht zu hoher Vergrößerung - leicht zu finden und weisen interessante Details auf: Jupiter zeigt streifenartige Strukturen auf seiner Oberfläche, bei denen es sich um Wolkenbänder handelt; außerdem erkennt man bis zu vier helle Pünktchen neben dem Planeten: Die Galileischen Monde Io, Europa, Ganymed und Kalisto. Man kann sie auch schon mit einem guten Fernglas sehen, es macht mir immer wieder Freude sie zu beobachten, zumal sie jeden Abend in einer anderen Konstellation erscheinen. Jupiter hat noch mehr Monde, aber nur diese 4 sind sichtbar. Venus zeigt keine Einzelheiten der Oberfläche, da sie voll von einer Wolkendecke eingehüllt ist.
Besondere Freude macht natürlich jetzt der winterliche Nachthimmel. Alleine das Sternbild Orion wurd durch sieben auffällige Sterne markiert. Ab etwa 22.00 Uhr steht Orion, der Himmelsjäger, hoch genug über dem Osthorizont, um ihn sehr gut erkennen zu können. Die drei in einer Reihe stehenden "Gürtelsterne" des Orions weisen Richtung Horizont auf Sirius, den hellsten Stern am Himmel, übrigens sehr gut durch sein "Blinkern" zu erkennen. Wer in der Silvesternacht einen klaren Himmel hat, kann Orion und Sirius um Mitternacht in ihrer höchsten Stellung im Süden bewundern. Rechts oberhalb des Orion finden sich die Zwillinge mit den beiden etwa gleich hellen Sternen Castor und Pollux, und links davon trifft man auf den Stier, der besonders durch seinen rötlich leuchtenden Hauptstern Aldebaran auffällt. Der große Wagen, der in unseren Breiten niemals untergeht, durchläuft derzeit am Abend seine tiefste Position. Er steht nur knapp über dem Nordhorizont, auf dem er von links nach rechts entlangzufahren scheint, bevor er im weiteren Verlauf der Nacht steil im Nordosten aufsteigt.
Ich wünsche Euch viel Spaß am hoffentlich wolkenfreien Ábendhimmel!
LG
Maxima
Zwei Dinge erfüllen das Gemüth mit immer neuer und
zunehmender Bewunderung und Ehrfurcht,
je öfter und anhaltender sich das Nachdenken damit beschäftigt:
der bestirnte Himmel über mir und das moralische Gesetz in mir.
Beide darf ich nicht als in Dunkelheiten verhüllt,
oder im Überschwenglichen, außer meinem Gesichtskreise
suchen und blos vermuthen;
ich sehe sie vor mir und verknüpfe sie unmittelbar
mit dem Bewußtsein meiner Existenz.
(Kant: Kritik der praktischen Vernunft; Akademie-Ausgabe V, 161f.)