Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

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TomS
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Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von TomS »

Da wir hier nun ein abgetrenntes Thema haben, möchte ich versuchen etwas Licht ins „Dunkel“ des Übernachtens mit dem Reisemobil zu bringen.

Hier im Forum ist es wie im realen Leben, alles vertreten, vom „Freisteher“ bis zum Campingplatznutzer. Wobei ich mich eigentlich zu allem zähle. Ich stehe gern frei, ganz für mich allein oder mit Freunden in der Gruppe, auch auf dem Reisemobilhafen oder Campingplatz.

Als erstes zum „Freistehen“: Da suche ich mir einen Platz im irgendwo und passe mich den Gegebenheiten an. Im Normalfall kein Campingleben, also Markise, Tisch und Stuhl tabu.
Selbstverständlich verlasse ich den Platz sauberer als ich ihn vorfand, denn ein nach mir kommender weiß nicht ob der Dreck vom Vorgänger oder von mir ist. Im Zweifel geht er davon aus das er von mir ist und daher räume ich eben schnell auf.

Leider wird dieses Freistehen oft mit „der will nur kostenlos stehen, der Sparbrenner“ gleichgesetzt.

Das weise ich persönlich zurück, denn ich gehe sehr gerne Essen, Eis essen oder auch nur mal ein paar Bierchen trinken und lasse mein Geld auch in der Region. Meist habe ich auch nur dann Zeit in Ruhe zu Shoppen und Geld auszugeben, wenn ich mit dem Mobil unterwegs bin und meine Freizeit genieße, sonst komme ich kaum dazu.

Ansonsten haben sich in den letzten Jahren drei eindeutige Kategorien von Stellplätzen herauskristallisiert:

Transit-Stellplätze
Als Transit-Stellplätze genutzte Parkflächen besitzen in vielen Fällen:
• Keine reservierten Übernachtungsflächen für Reisemobile, die Mischbenutzung der Fläche auch durch andere Verkehrsteilnehmer (Bus, Lkw, Pkw) ist die Regel.
• Keine oder nur provisorische Möglichkeiten zur Ent- und Versorgung.

Wochenend-Stellplätze
Gute Stellplätze dieses Typs sind gekennzeichnet durch:
• eine möglichst ruhige und zugleich zentrale Lage,
• eine umweltgerechte Ent- und Versorgungseinrichtung,
• einen befestigten Untergrund
• die serviceorientierte Gästeansprache durch Info-Tafel oder einen Betreuer.

Reisemobilhäfen
Die wichtigsten Merkmale eines modernen Reisemobilhafens sind:
• eine ganzjahrestaugliche Anlage
• eine großzügige Parzellierung
• gute Ausstattung (Ent- und Versorgung, Strom, Müllabgabe, teilw. Sanitär)
• die persönliche Betreuung der Gäste und
• spezielle touristische Angebote

Alle drei Kategorien haben eines gemeinsam: sie sind explizit für den Reisemobilisten ausgewiesen und „campingähnliches Leben“, also Markise, Tisch und Stuhl sind erlaubt!

Alles andere wo Campingleben verboten ist, ist kein Stellplatz!

Die Reisemobilhäfen mit dem besten Standard und entsprechenden Gebühren registrierten auch die höchsten Übernachtungszahlen!

Wenn ich mir die Wahl der Leser von der Fachzeitschrift „promobil“ ansehe, gewinnen dort so gut wie ausschließlich nur Reisemobilhäfen. Alles andere ist unter ferner liefen zu finden…

In Zeiten, wo vielen Städten und Gemeinden finanziell das Wasser bis zum Hals steht, kommen immer mehr Stadtväter und auch privat Investoren darauf, an touristisch interessanten Orten, Stellplätze zu errichten.

Dieser Trend ist in der Zukunft aber auch der Tod für die „Freisteher“ Plätze, oder anders ausgedrückt: An touristisch interessanten Orten kostet es bald überall Geld und frei stehen geht dann nur noch irgendwo in der Pampa…

Bevor ich mich dann über den nächsten neuen kostenpflichtigen Stellplatz aufrege, stelle ich mir immer selber eine Frage: Was würdest du tun, wenn dieses Grundstück dir gehören würde…

Wenn ich ehrlich bin, komme ich immer darauf: natürlich Geld damit verdienen!

So, soweit meine Gedanken zu diesem heiklen Thema. Mich würde eure Meinung dazu interessieren, vielleicht bekommen wir ja einen klareren Blick auf die Gesamtsituation.

Gruß
Tom
Zuletzt geändert von TomS am Mi 18. Jul 2012, 13:24, insgesamt 2-mal geändert.
Har-Pi
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von Har-Pi »

Ganz einfache Antwort: Ich lasse mir nix vorschreiben, bin schon mit 18 aus der Kirche ausgetreten, habe also mit "Religionen", "Glaubensbekenntnissen" und derartigen Dingen nix am Hut.

Ob jemand an mir Geld verdient, entscheide ich selber (ausser bei Steuern) und daher fahre ich Guten gewissens auch mal auf einen CP, selbstverständlich auf SP und ab und zu stelle ich mich auch mal einfach auf einen Parkplatz.

Zitat:
"Alles andere wo es verboten ist, ist kein Stellplatz!"

Das mag für Deutschland gelten, auch wenn ich da anderer Meinung bin, aber ganz sicher nicht für die Schweiz und schon gar nicht für Spanien.
TomS
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von TomS »

Oricos hat geschrieben:Zitat:
"Alles andere wo es verboten ist, ist kein Stellplatz!"

Das mag für Deutschland gelten, auch wenn ich da anderer Meinung bin, aber ganz sicher nicht für die Schweiz und schon gar nicht für Spanien.

Hallo oricos,

ich meine damit Markise, etc. Bessere es noch nach.

Das es nicht für Spanien oder Schweiz gilt ist wohl klar...Ebenso in Tirol...

Gruß
Tom
Andy
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von Andy »

Bei uns ist es so, dass wir alle Möglichkeiten nutzen, wobei das "Freistehen", also außerhalb eines ausgewiesenen SP, sehr selten vorkommt.

Wir selbst nutzen alle Einrichtungen unseres Womos, wobei wir bei einem Aufenthalt auf einem CP die dortigen Duschen bevorzugen. Gerne nehmen wir auch Strom an einem SP um Pedelecs zu laden oder eine Kaffeemaschine laufen zu lassen.

Ich bin auch der Meinung, wenn eine Stadt eine SP mit entsprechenden Einrichtungen baut, dann können diese auch einen entsprechenden Obulus verlangen. Schließlich hat das Ganze etwas gekostet und muss unterhalten werden.


Meine Meinung dazu: Jeder so wie er mag. Dafür gibt es überall die verschiedene Arten von Plätzen.
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von garibaldi »

Hallo Tom,
Deine Beobachtungen treffen sicher zu. Für uns ist diese Entwicklung eher nicht so toll, wobei sie kein wirkliches Problem darstellt. Mit dem, was Du "Reisemobilhafen" nennst, habe ich persönlich ein bisschen ein Problem: Das sind im Grunde ja schon Campingplätze, mit nicht selten umfangreichem Reglement und allem Pipapo. Sowas brauchen wir normalerweise nicht, im Gegenteil, für uns heißt Womoreisen möglichst viel Freiheit und wenig Regeln. Mir gefallen schon Plätze besser, wo man sich irgendwie hinstellen kann als solche, wo es festgelegte Buchten gibt - wobei das auch zwei Seiten hat: Auf stark frequentierten Plätzen kommt es ohne festgelegte Buchten sehr auf gegenseitige Rücksichtnahme an, die leider vielen Zeitgenossen fehlt. Allerdings kann man das auch auf parzellierten Plätzen erleben, sofern die Parzellen nicht durch Hecken oder Zäune oder so abgegrenzt sind, sondern nur beispielsweise durch Pfosten vorn. Da kommt es oft vor, dass 2 Womo-Besatzungen sich auf 3 Plätzen breit machen: sich auf die beiden äußeren Plätzen gegenüber stellen und den mittleren als gemeinsame Terrasse nutzen. Das kann einem wiederum auf einem Campingplatz nicht passieren. Ich würde glaube ich den Campingplatz dem "Luxus"-Reisemobilhafen vorziehen, wo ich diese Alternative anträfe.

Ich bin mir bewusst, dass ich tendenziell zu einer Minderheit gehören dürfte, aber es ist eine edle Minderheit, zu uns gehören glaube ich viele, die schon mit "Womo" (und wenn's auch nur der ausgebaute VW-Bus war) gereist sind, da konnten manche der heutigen Womofahrer das Wort noch nicht aussprechen ... :cool1

Ein Aspekt sollte aber nicht übersehen werden: Auch unter den "Altgedienten" gibt es ja viele, die inzwischen oder schon lange oder schon immer mit eher großen Womos unterwegs sind und darin beispielsweise auch überwintern etc. Für diese Gruppe sind die "Reisemobilhäfen" wahrscheinlich attraktiver als für uns. Allerdings fände ich auch in dem Fall einen echten Campingplatz dann doch noch reizvoller.

Aus Sicht der Gemeinden/Investoren ist natürlich die Frage: Welcher Standard ist wie wirtschaftlich. Die Neigung zum Wohnmobilhafen ist ja möglicherweise von der Promobil beeinflusst. Wäre mal interessant, eine Umfrage unter sämtlichen Womofreunden zu machen, welche Stellplatzform sie bevorzugen würden:
a) reiner Parkplatz ohne Infrastruktur für 0 - 5 Euro
b) Stellplatz mit V+E, ohne weitere Infrastruktur für 5 - 10 €
c) Luxus-Platz mit V+E, Duschen, Toiletten etc. für 11 - ... €

Ich könnte mir vorstellen, dass bei einer Befragung wirklich aller Womoisten die Gruppe b) gewinnen würde ... wäre dem so, wären Gemeinden/Investoren natürlich besser beraten, sich auf diese Gruppe zu kaprizieren, denn sie ist mit geringem Aufwand und viel Ertrag gesegnet. Bei Gruppe c) sind erst mal erhebliche Investitionen nötig und dann nicht geringer Aufwand für den Unterhalt. Das wird zwar dann vielleicht durch die höheren Preise wettgemacht, aber erst, wenn der Platz wirklich gut frequentiert wird. Bei touristischen Highlights funktioniert es natürlich. Ideal wäre es, wenn an solchen Plätzen alle 3 Kategorien angeboten würden ... wäre technisch ja auch kein Problem.
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von schienbein »

@ autor "toms" : danke für deinen super eingangströöt ! ... :good: ...
kann ihn auch so unterschreiben, auch wir nutzen seit langen jahren alle versch. platztypen. :roll:
... nur dauersteher gehören nach unserer meinung nicht auf sp , egal welcher art :!:
... wer sehr lange bleibt, sanitäranlage oder waschmaschine braucht, gehört eigentlich auf einen cp :!:

... aber halt jeder so , wie er mag. ... :mrgreen:
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von garibaldi »

schienbein hat geschrieben: ... nur dauersteher gehören nach unserer meinung nicht auf sp , egal welcher art :!:
... wer sehr lange bleibt, sanitäranlage oder waschmaschine braucht, gehört eigentlich auf einen cp :!:
[/color]

Genau so!
Andy
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von Andy »

Hallo schienbein

was hat "wer lange bleibt" mit Sanitäranlage zu tun?

Dürfen "wer kurz auf einem Stellplatz steht" keine Toiletten bzw. Duschen haben? Dafür fährt dieser Personenkreis diese Plätze doch an.


Bei dem Thema Dauersteher bin ich bei Dir.
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von janoschpaul »

@Cornelius, klasse geschrieben !Wir nehmen a) und im Winter b)

Wenn ich bei Typ a) in der Nebensaison am Meer oder sonstwo frei in der Natur stehen, bin ich im Himmel !

@ Tom, ich finde nicht, dass alle drei von Dir beschriebenen Stellplätze eines gemeinsam haben bzw. haben müssen. Campingähnliches Verhalten (z.B. Markiese) nur, wenn ausreichend Platz ist und erlaubt.
Wäre ja schade, wenn die normalen Stellplätze immer weniger werden. ;-)
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Re: Freistehen, Stellplatz oder doch Campingplatz ???

Beitrag von Camperfrank »

TomS hat geschrieben:An touristisch interessanten Orten kostet es bald überall Geld und frei stehen geht dann nur noch irgendwo in der Pampa…

Bevor ich mich dann über den nächsten neuen kostenpflichtigen Stellplatz aufrege, stelle ich mir immer selber eine Frage: Was würdest du tun, wenn dieses Grundstück dir gehören würde…

Ist das nicht schon lange so, dass in Touriorten alles was kostet?

Dann kommt es auch auf die Reisegewohnheiten an. Ich sitze sicherlich nicht bei 25 Grad in meinem Mobil auf einem ehemaligen Gewerbegebietsparkplatz.

Ich bin froh dass es SP gibt. Dannn ist auf den CP immer ein Platz frei.

Hätte ich ein Grundstück - baute ich alles nur kein SP.
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