Lira hat geschrieben:Garibaldi,
was meinst denn mit den immer wieder selben alten Argumenten?
Etwa, dass es klimatische Veränderungen in der Erdgeschichte seit Bestehen des Planeten gegeben hat?
Oder die Tatsache, dass es die letzten 10 Jahre wirklich nicht wärmer, sondern kälter geworden ist - zumindest in Europa?
Oder, dass 1087 der Wikingerkönig von Norwegen aus nach Grönland gefahren ist, um dort Schafzucht zu betreiben?
Heute erzählt man uns, es wäre das noch nie Dagewesene, dass in der Arktis Eis schmilzt?
Auch die größten europäischen Gletscher in Norwegen WACHSEN und schmelzen nicht! Ausserdem stammen die auch nicht aus irgendeiner Eiszeit, sondern sind erst in den letzten paar 100 Jahren entstanden.
Oder dass es zu keiner Zeit in den Alpen soviel Eis und Gletscher wie um 1860 gegeben hat - nicht vorher und nicht nachher?
Und da soll ICH dran Schuld haben??
Das sind viele Fragen auf einmal, und die sind alle kompliziert zu beantworten. Und es sind in der Tat immer genau diese gleichen Argumente. Ich versuche es so kurz und klar wie möglich:
"Etwa, dass es klimatische Veränderungen in der Erdgeschichte seit Bestehen des Planeten gegeben hat?"
Klimatische Veränderungen hat es natürlich immer gegeben, das hat noch nie irgendwer angezweifelt. Dabei haben unterschiedlichste Faktoren eine Rolle gespielt. Das sagt rein gar nichts über die derzeitige Situation aus.
"Oder die Tatsache, dass es die letzten 10 Jahre wirklich nicht wärmer, sondern kälter geworden ist - zumindest in Europa?"
Woher kommt denn diese Aussage? Sämtliche Wetteraufzeichnungen zeigen doch wohl eher das Gegenteil. Und dass die Gletscher in den Alpen seit der Wende vom 19. zum 20. Jahrhundert um ein Beträchtliches geschwunden sind, ist fotografisch nachgewiesen, da gibt's sogar Fotobücher drüber.
"Oder, dass 1087 der Wikingerkönig von Norwegen aus nach Grönland gefahren ist, um dort Schafzucht zu betreiben?"
Es ist richtig, dass es ungefähr in der Zeit von 1000 bis 1200 nach Christus eine deutliche Warmphase gab, die global gesehen wohl ca. 1 Grad wärmer war als um 1900. Damals hat man auch an der niederbayerischen Donau Wein angebaut, wie viele Ortsnamen heute noch verraten. Seit ein paar Jahren tut man das wieder - weil es inzwischen schon etwas wärmer ist als damals.
"Heute erzählt man uns, es wäre das noch nie Dagewesene, dass in der Arktis Eis schmilzt?"
Wer erzählt das? Ich kenne keinen.
"Auch die größten europäischen Gletscher in Norwegen WACHSEN und schmelzen nicht! Ausserdem stammen die auch nicht aus irgendeiner Eiszeit, sondern sind erst in den letzten paar 100 Jahren entstanden. "
Das muss überhaupt nichts heißen. Das ist, (falls es denn stimmt - dazu kann ich nichts sagen, das weiß ich einfach nicht, entstanden sind sie vermutlich in der "kleinen Eiszeit" ) ein regionales Phänomen, das einer globalen Erwärmung nicht widersprechen muss. Das Weltklima ist ja ein extrem kompliziertes und variables System. Eine Verschiebung von charakteristischen Strömungsmustern in der Atmosphäre kann ganz leicht zu solchen scheinbar paradoxen Wirkungen führen. Auch die Klimaforscher, die die Erwärmung global voraussagen, sagen ja ausdrücklich, dass es in bestimmten Gegenden durchaus auch zu Abkühlungen kommen kann.
"Oder dass es zu keiner Zeit in den Alpen soviel Eis und Gletscher wie um 1860 gegeben hat - nicht vorher und nicht nachher?"
1860 markiert ungefähr das Ende der sogenannten kleinen Eiszeit, die im späten Mittelalter begonnen hat, nach der Warmzeit, von der vorher die Wikinger profitiert hatten. Diese kleine Eiszeit war ein bisschen kälter als der Durchschnitt seit Ende der letzten großen Eiszeit. Bei letzterer und ihren Vorgängerinnen allerdings gab es in den Alpen bekanntermaßen beträchtlich mehr Eis und Gletscher, sie reichten sogar in Hundertmeterstärken bis weit ins Voralpenland, weshalb sie nach den Flüssen benannt wurden, deren Täler ihre Reichweiten markieren, nämlich z.B. Mindel, Riss und Würm. Schau Dir mal in der Landkarte an, wo Mindel, Riss und Würm fließen. Bis da hin war alles von den Alpen vergletschert. Lässt sich alles auch sehr schön recherchieren aus seriösen Medien.
Wovon bei der Klimadebatte die Rede ist, sind nicht lokale oder regionale Phänomene, sondern globale. Die Klimaerwärmung findet längst statt und sie wirkt sich auch längst massiv aus. Sehr genau wissen das die Rückversicherungsgesellschaften. Die Münchener Rück hat kürzlich erst wieder bekannt gemacht, um wie viel die weltweiten Schäden durch klimabedingte Naturkatastrophen in den letzten Jahrzehnten zugenommen haben. Meinst Du, dass die sich das aus den Fingern saugen? Wozu?