Energietechnik in neuem Haus

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camperfan
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Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von camperfan »

Hallo geschätzte Foristen,

hier zwar nicht undbedingt richtig, aber zum Quatschen immer relevant. :mrgreen:

Auf unsere alten Tage wollen wir auf unserem Grundstück noch einmal bauen - altersgerecht, ebenerdig und energietechnisch in die Zukunft. Es soll wohl ein Bungalow ohne Flachdach und ohne Keller werden, für uns zwei Hasen.

Es gibt eine Vielzahl an Angeboten.
Einige Hersteller bieten sogar schon Erdwärme mit Solar und weitere Schmakerl an.

Wie sind Eure Erfahrungen, ist vielleicht gerade auch jemand bzgl. Energietechnik auf Suche?

Ich möchte, nach Möglichkeit, von den preislich immer weiter steigenden herkömmlichen Energien weg.
Es sollte so viel wie möglich staatliche Förderung dabei herausspringen, um den dann schon leeren Geldbeutel nicht noch mehr zu belasten.
Wir werden auch versuchen, so viel wie möglich der Dachfläche Richtung Süden zu setzen.

Des Weiteren wollen wir auch durch Brunnenwasser den Verbrauch senken, nur noch den notwendigen Bedarf durch Trinkwasser sicherstellen. Allerdings müssen wir auf ca. 19 Meter dafür ins Erdreich.

Habt Ihr Ideen? Gerne auch über PN, vielen Dank im Voraus.
Flora
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Flora »

Ich finde Pelletsheizungen ganz gut, aber wie Du sagtest: Auch hier steigen die Preise. (Wir heizen mit Holz) Von daher: Direkt als Passivhaus bauen wäre wohl am sinnvollsten.

Zu dem Brunnen: Überlege Dir gut, ob sich das lohnt. Die Abwassergebühren musst Du trotzdem zahlen. (Wird dann an einer eigenen Wasseruhr abgelesen). Normalerweise rechne ich so: 30m³ pro Person, pro Jahr an Verbrauch (ohne Gartenbewässerung). Kosten Wasser ca. 1,05 €; Kosten Abwasser c. 2,10 €.

Für 60 € im Jahr zu sparen lohnt sich also der Brunnen nicht. Nur wenn Ihr auch noch den Garten damit bewässert und er eine gewisse Größe hat (wo Regenwasser nicht ausreichen würde). Bedenkt auch, dass in unserer Region das Wasser manchmal "rot" vom Eisen ist. Zum Wäsche waschen könnte das manchmal problematisch sein.
Lira
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Lira »

Hallo,

alternativ zum Brunnen denk doch mal über eine große Zisterne nach, von der das "Brauchwasser", also Toilette, Waschmaschine, und ein weiteres "Putzbecken" gespeist werden können, an das auch Hochdruckreiniger, Gartenschlauch (für Gartenmöbel, Pflaster, Terrasse schrubben, Auto waschen usw.) angeschlossen werden können. Ist nicht ein so großer Aufwand wie eine Brunnenbohrung, andererseits wäre grade für Gartenbewässerung ein Brunnen eine feine Sache. Hatten wir auch schon erwogen, man käme bei uns mit ca. 6000 Euro hin auf 24 m Tiefe, wir hatten schon ein Angebot vor 3 Jahren machen lassen. Musst Dich aber erkundigen, da gibt es einen behördlichen Genehmigungsweg, wenn das so tief ist.

So ein richtiges Niederenergiehaus, in dem man Fenster und Türen nicht mehr öffnen kann möchte ich allerdings nicht. Ich muss alles aufreissen können. Lieber ein paar Ster Holz pro Jahr mehr einschüren. Denk dran: Holz macht, wenn man es richtig macht, dreimal warm ...

Solar für Warmwasser, zur Heizungsunterstützung bzw. auch zur Eigenstromgewinnung sollte heutzutage schon obligatorisch sein. Gibts da nicht was, wenn man dreierlei Maßnahmen durchführt - oder waren das bloss Sanierungen? Die Fachleute von Heizung/Klima usw. kennen sich im allgemeinen recht gut aus.

Viel Freude bei Planung und wenig Ärger bei Durchführung!
Ludwig_53
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Ludwig_53 »

Hallo Udo.
Genau das Thema geistert uns auch seit einiger Zeit im Kopf rum.
Unser Wohn- und Firmengebäude ist einfach zu groß und hat zu viele Treppen um wirklich altersgerecht zu sein.

Neben der Idee, in eine Stadtwohnung zu ziehen, schwebt uns auch als Alternative ein kleiner Winkelbungalow ohne Keller (in Passivbauweise) vor.
Süddach ist Pflicht mit WW-Solarkollektoren und Photovoltaikanlage.
Um evtl. Zusatz-Heizungs und WW-Bedarf abzudecken werden wir eine Wärmepumpe installieren. Die Pelletes kosten heute schon fast genausoviel wie Erdgas und werden wohl auf Dauer auch nicht billiger werden, da die Nachfrage steigt.
Natürlich darf auch ein wasserführender Kaminofen für die Heizungsunterstützung nicht fehlen, der leistet uns auch heute schon an den kalten Tagen wertvolle Dienste.
Barrierefreier Aufbau ist selbstverständlich.
Auch die überdachte ´Dockingstation´ fürs Womo wird nicht fehlen.

Ein schöner Grundriss wäre z.B. dieser hier :
http://www.fertighauswerk.de/bungalow/bungalow-129/
Gut getrennte Schlafbereiche für Bewohner und Gäste und der HWR neben der Küche ist direkt von der Garage aus zu erreichen, was das Einlagern der Einkäufe ungemein erleichtert.

Naja, mal sehen, was draus wird. Erstmal muss ich noch ein paar Jahre arbeiten :(

@lira : Auch bei den Passivhäusern kannste im Sommer gerne alles aufreissen, es geht ja nur um den Energieverlust in der Heizperiode
Andy
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Andy »

Ludwig_53 hat geschrieben:Um evtl. Zusatz-Heizungs und WW-Bedarf abzudecken werden wir eine Wärmepumpe installieren.



Ich gebe mal hier einen Tipp.

alle, die sich eine Wärmepumpe installieren lassen wollen sollen sich mal eine unabhängige Meinung über den Energiebedarf (kw/h pro jahr) einer solchen Pumpe einholen.
Es könnte gut sein, dass man plötzlich wieder eine Gasheizung o.ä. haben möchte. ;)

Und für eine Photovoltaik-Anlage würde ich ähnliches machen. Mal einen fragen, der sie Dinger nicht verkaufen will, sonder das einmal nur unvoreingenommen durchrechnet. Auch hier wird man plötzlich einiges mit anderem Licht sehen. Erst recht jetzt, wo die Förderungen weniger werden bzw. auslaufen, die das ganze schön rechnen.
Ludwig_53
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Ludwig_53 »

Andy hat geschrieben: alle, die sich eine Wärmepumpe installieren lassen wollen sollen sich mal eine unabhängige Meinung über den Energiebedarf (kw/h pro jahr) einer solchen Pumpe einholen. Es könnte gut sein, dass man plötzlich wieder eine Gasheizung o.ä. haben möchte. ;)

Stimmt Andy, rechnen sollte man schon können, bevor man baut und investiert.
In einem Niedrigenergie- oder Passivhaus wird aber die Wärmepumpe immer gewinnen, erst recht dann, wenn Du den Strom tagsüber selbst mit der eigenen Photovoltaikanlage erzeugst und nutzt.

Andy hat geschrieben: Und für eine Photovoltaik-Anlage würde ich ähnliches machen. Mal einen fragen, der sie Dinger nicht verkaufen will, sonder das einmal nur unvoreingenommen durchrechnet. Auch hier wird man plötzlich einiges mit anderem Licht sehen. Erst recht jetzt, wo die Förderungen weniger werden bzw. auslaufen, die das ganze schön rechnen.

Klar, auch hier gilt : genau nachrechnen. Aber - es rechnet sich immer noch, trotz der gesunkenen Vergütungen.
http://www.energiesparen-im-haushalt.de ... ation.html
Selbst bei nur noch 33 Cent/kwh rechnet sich die Anlage bei den derzeit extrem niedrigen Modulpreisen.

Einfaches Rechenbeispiel : 5 KW Anlage, Kaufpreis 2600,- / KW = 13.000,- Durchschnittlicher Ertrag 800 kwh/kwp/Jahr = 4000 kwh = 1320 Euro / Jahr
Lässt Du die 13.000 Euros auf der Bank liegen, bekommst Du zur Zeit bestenfalls 250 Euro Zinsen. Macht also locker 1300 Euro Überschuss (abzl. geringer Versicherungs- und Wartungskosten). Selbst wenn Du über die KFW finanzieren müsstest, würde sich das in 10 Jahren locker rechnen.
Da die Strompreise sicher noch weiter steigen, wird sich irgendwann auch mal der Eigenverbrauch gegenüber der Einspeisung rechnen.

Wer Geld und ein passendes Dach hat, ist's selbst schuld, wenn er keine PV Anlage installiert !
(@adler .. bekomm ich jetzt Provision ? :mrgreen: )
rittersmann
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von rittersmann »

Wer Geld und ein passendes Dach hat,

Wer ein passendes Dach hat, der muß es tun :!: :!: Eigenes Geld dafür auzugeben muß aber nicht unbedingt sein, eine Finanzierung kann hier sehr sinnvoll sein.

Wenn ich eigenes Geld jetzt hinlege, dann kann eine evtl. kommende Inflation meine festgeschriebene Vergütung entwerten und mein Geld ist weg. Ich hab dann noch dem Strom.

Wenn ich finanziere, dann wird auch die Finanzierung entwertet, ich habe dann noch den Strom und (hoffentlich) mit meinem Geld vorher was sinnvolles gemacht.

Natürlich wird bei einer Inflation auch das eigene Geld entwertet, sofern man nichts sinnvolles damit gemacht hat. ;)
Andy
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Andy »

Ludwig_53 hat geschrieben:Wer Geld und ein passendes Dach hat, ist's selbst schuld, wenn er keine PV Anlage installiert !

Viele Rechnungen sind sehr oft schön gerechnet. man will ja was verkaufen. Außerdem soll die

In einem Niedrigenergie- oder Passivhaus wird aber die Wärmepumpe immer gewinnen, erst recht dann, wenn Du den Strom tagsüber selbst mit der eigenen Photovoltaikanlage erzeugst und nutzt.

Wer behauptet das?

Aber egal, ich wollte nur mal Denkanstöße geben. Ich habe sehr viele andere Rechnungen gesehen. Auch werden die Förderungen demnächst weiter fallen - wie sieht dann die Rechnung aus?

Wie gesagt, nur Denkanstöße.
thomasd
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von thomasd »

camperfan hat geschrieben: Einige Hersteller bieten sogar schon Erdwärme mit Solar und weitere Schmakerl an.

Moin,

also bei uns in Maschen wird Erdwärme teilweise nicht genehmigt! Ich würde das vorher abklären.
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Re: Energietechnik in neuem Haus

Beitrag von Mobi-Driver »

Moin moin ,
wir hatten vor 15 Jahren gebaut nach der sogenannten "Schwedennorm" . Das war damals die beste Isolationsnorm,
die vorhanden war . Die sogenannten Niedrigenergiehäuser waren noch in den Anfangschuhen . Wir hatten in Hamburg (Stadtgrenze)
die Möglichkeit unser Haus mit Fernwärme zu versorgen, was wir auch dankend durchführten . Haben es bis heute nicht bereut .
Es ist eine absolut saubere Sache . Kein Brenner oder Therme im Keller, nur eine kleine elektronische Box . Somit werden wir
auch nie in den Genuss kommen, plötzlich einen neuen Brenner etc. kaufen zu müssen .
Ebenso werden die Heizkörper seeehr schnell warm, da das Heizwasser vom Kraftwerk mit bis zu 86°C angeliefert wird !
Auch unser Warmwasser im Wasserspeicher wird sehr schnell nachgewärmt . Das merken wir, wenn wir unsere sehr große
Badewanne nutzen oder viele Gäste schnell hintereinander duschen wollen . Und kostengünstig ist das Heizen mit Fernwärme
auch noch . Aber leider hat nicht Jeder die Möglichkeit an ein Fernwärmenetz angeschlossen zu werden .

Hinzu kommt natürlich auch noch die extreme Isolation unseres Hauses . Alle Wände wurden mit Kalksandsteinen erstellt .
Zusätzlich haben die Außenwände 12cm dicke Glaswolleplatten + 4 cm Luftschicht und dann kommt die Klinkerwand .
Kellerfußboden mit 6cm Styroporplatten und schwimmenden Estrich . Erdgeschossfußboden mit 8cm Styroporplatten und
schwimmenden Estrich . Dachisolation mit 22cm Glaswolleplatten . Spezialfenster schlagfest und einer speziellen Gasfüllung .
Dachfenster zwischen den Scheiben zusätzlich mit einer speziellen Metallschicht bedampft .
Und zum Wasserverbrauch :
Überall (Waschbecken + Dusche) sogenannte Spareinsätze eingebaut . Das lohnt sich wirklich ! ;)
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