19- Cambrils - nicht das Wetter das man sich so vorstellt.jpg
20- Der Stellplatz Playa y Festa bei Cambrils mit Stellplätzen direkt am meerig rauschenden Meer.jpg
Donnerstag, 12. Februar 2015
Die Nacht war, vom regelmäßigen Geräusch des Meeresrauschens abgesehen, sehr ruhig.
Dieses beruhigende Meeresrauschen, ich liebe es. Dafür war dieser Campingplatz, der in der niederländischen SP-App als Stellplatz bezeichnet und hochgelobt ist, schon recht. Ansonsten welliger teils unbefestigter Untergrund, manche Dauercampingplätze total vernachlässigt, wozu die Sturmschäden, die in den letzten Wochen entstanden sein dürften, ihren Beitrag noch leisten.
Freistehen ist derzeit in Spanien schwierig, die Polizei räumt regelmäßig auch die Plätze, an denen wir im Dezember noch so schön standen. Teilweise sollen sogar, wie zB an unserem „Weihnachtsplatz unter Palmen“, Krallen an den Fahrzeugen angebracht werden, die dann erst nach Zahlung von mehr als 100€ wieder entfernt werden. Also ist es die bessere Wahl, offizielle Stellplätze anzufahren.
Mein heutiges Ziel ist aber der Campingplatz rund 80km vor Valencia, auf dem viele Alleinfahrer überwintern oder zumindest Station machen. Vielleicht kann ich ja hier einen Reisepartner generieren, der mit mir weiter in den Süden fährt. So folge ich der N340, an deren Straßenränder in schöner Regelmässigkeit Monoblock-Stühlchen stehen, auf der mal eine mehr oder weniger Schöne sitzt und auf Kundschaft hofft, auf rund 140km und höre den zweiten Teil eines kürzeren Hörbuches fertig.
Am Camping melde ich mich für 2 Nächte an, parke ein, lade mein Fahrrad ab und fahre mal rum. Die bekannten Gesichter sind noch genau da anzutreffen, wo ich gemeint hatte, wo sie sein sollten. Großes Hallo. Viel zu erzählen – netter Nachmittag, der in einen lustigen Abend mit Musik und Tanz in der Campingplatzkneipe übergeht. So ist es gut.
Freitag, 13. Februar 2015
Es gibt nicht viel zu berichten bzw. was die Weltöffentlichkeit erfahren sollte, was ich an diesem Tag alles so erlebt und getan hatte. Mit wenigen Worten: Es war sehr schön. Auch gibt es keine Bilder.
Am Abend erreicht mich von Melitta eine sms, ich möchte auf den vereinbarten Platz rund 270km südlicher vor der Mittagspause kommen, sonst wäre eine Reservierung nicht zu halten, es sei alles rappelvoll, die Polizei würde rücksichtslos alles räumen und bestrafen.
Samstag.14. Februar 2015
Weit vor neun Uhr fahre ich aus dem Campingplatz, Karin kommt eben vom Morgeneinkauf, ich erkläre ihr, dass ich es eilig habe und mich deshalb nicht von allen persönlich verabschieden könnte und sie viele Grüße ausrichten möge. An geeigneter Stelle im weltweiten Netz setze ich am Nachmittag eine entsprechende Nachricht. Fahre noch an einem Mercadona vorbei, um die Vorräte aufzufüllen und dann auf die 340 und später auf die Autobahn, die in Valencia irgendwie mitten im Stadtverkehr endet. Navigazie möchte mich wieder mittensrein lotsen, um wohl 100m Strecke zu sparen, aber nachdem ich da im Dezember mit dem Fahrrad herumgefahren bin, habe ich die richtige Orientierung und bleibe auf den vierspurigen Straßen, die mich auch tatsächlich wieder aus der Stadt herausleiten. Es geht weiter.
21- Auf dem Weg nach Süden.jpg
22- Ja - wer schaut denn da auf die Autobahn.jpg
Die Landschaft verändert sich, die Berge werden wieder höher, der Bewuchs wird weniger, die Gegend eindeutig magerer bis steiniger, aber kein festes Gestein, sondern gelbliches weiches, beinahe wie Tuff. Darauf gedeihen gedrungene Magerpflanzen, die grau aussehen, ab und zu sieht man einen blühenden Mandelbaum. Die Bebauung an der Küste ist – schlichtweg schrecklich. Viele Wohnbunker, hoch, mehr oder weniger verkommen, so genau sieht man das von der Autobahn aus nicht.
Ich höre ein neues Hörbuch, eineinhalb CDs, dann ist meine Aufmerksamkeit gefragt und der Klassiksender, mein neuer spanischer Freund, der mich seit Einfahrt in dieses Land begleitet, sendet leise beruhigende Musik.
Um 12.40h melde ich „Bin da“ an Melitta, sie kommt heran, die Stellplatzchefin gleichwohl, ich werde eingewiesen in meinen Platz, der vorletzte freie, der allerletzte wird von einem niederländischen Kasten besetzt, auch dieser Platz war reserviert.
Großes Hallo – wir sitzen mal im neuen Carthago der so nicht ganz soviel Freude wegen der vielen Fehler bereitet und trinken ein Willkommensbier. Blablabla – wir sollten wegen des wirklich schönen Wetters noch Radeln gehen – gesagt – getan.
23- ganz aussen an der Spitze hinter der rechts dann Alicante liegt - wie heisst das nur......jpg
Es kommen 15km zusammen, am Abend sitzen wir noch im Carthago und unterhalten uns ausführlich, schauen Bilder, Klaus erzählt interessante Geschichten aus seiner Seefahrerzeit, sehr schön, sehr nett, sehr stimmig. Alles gut.
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