thomasd hat geschrieben:Moin,
vor einigen Jahren geisterte ein Extremfall durchs Netz. Ich versuche es mal aus der Erinnerung, weil alle Beiträge verschwunden sind.
Da hatte ein Schweizer einen Phoenix Alkoven 9,5m auf MAN, zul.GG 9,6 to für ca. 300.000,-€ gekauft.
Hier war die Vorderachse soweit überlastet, dass der Beifahrer während der Fahrt hinten sitzen musste.
Die Geschichte zog sich über Jahre hin und weder Phoenix noch MAN konnten eine Lösung bei bringen und schoben sich die Schuld immer gegenseitig zu.
Jahrelanger Ärger, das Fahrzeug konnte nicht genutzt werden und verlor jeden Tag mehr an Wert. Ein Alptraum!
Was letzendlich genau draus geworden ist, weiss ich nicht. Es ist jedenfalls nach einer Einigung (mit Schweigensklausel)
günstig verkauft worden.
Für mich wäre das ein Horrortripp.
Es ist ein Trauma, das stimmt.
Ich habe eines daraus gelernt, sollten wir uns irgendwann mal ein anderes WoMo, gebraucht oder neu, nochmals zulegen, wird es nur mit rotem Nummernschild bewegt - und zwar vom Händler direkt auf die Waage. Dort werde ich jede Achse einzeln und dann das Gesamtgewicht wiegen lassen. Ggf. direkt mit Wiegeprotokoll, geeichte Waage vorausgesetzt. Stimmt etwas nicht, geht das Fahrzeug wieder auf den Hof des Händler - ohne zugelassen worden zu sein.
Sollte es passen, wird dann erst das Fahrzeug mit den erforderlichen Papieren zugelassen.
Fazit: Kein Kauf ohne vorgehende Wiegung.
Man bedenke bitte und lasse es sich unseren Fall auf der Zunge zergehen:
Der nervöse Camperfan fährt stolz mit dem PKW und den druckfrischen Papieren (gerade vom Werk zugesandt) zur Zulassungsstelle. In den Papieren stehen die Daten, die auf den Prototypen ausgestellt sind - nicht das tatsächliche Gewicht des Fahrzeuges, wie es beim Händler auf dem Hof steht - welches der unwissende Camperfan gerade erworben hat! Dieses Fahrzeug ist dem Grund nach nicht zulassungsfähig, da es nicht dem eigentlichen Zulassungspapier entspricht, es ist WESENTLICH schwerer.
Der Kunde / Verbraucher ist also darauf angwiesen zu glauben, was in den Papieren steht. Und bei dem KATALOGgewicht ist das Sonderzubehör noch nicht erfasst, wir haben zusätzlich ab Werk in der Nähe der Vorderachse zwei dicke 110 Ampere Batterien, die Aufbauklimaanlage (Unterflur). Die schwereren Schwingitze, 5,50 Meter Markise, Automatikgetriebe, Anhängerkupplung, Fahrradträger, Heckstützen und sonstiges nötiges Zubehör (Fernseher, Receiver) und das ganze Campinggeraffel von der Gabel bis zum Campingstuhl ist noch gar nicht dabei.
Wäre es nicht in irgendeinem Forum bekannt geworden und im entsprechenden Forum für Hobby-Wohnmobilfahrer breitgetreten worden - würden alle ohne Bedenken weiter fahren.
Manchmal ist also ein sachlicher Gedankenaustausch recht förderlich, da auch alle Welt mitliest. Insoweit blieb Hobby nur das schnelle Handeln übrig - was diesbezüglich auch eine (kulante) gute Werbung für denHersteller ist.
Diese Aktion ist in der WoMobranche wirklich einmalig und scheinbar sauber und kundenorientiert gelöst.
Aber, noch ist unsere Dicke nicht umgerüstet - die Vorbereitungen laufen gerade an.
Ach ja, die Story mit dem Phönix ist mir bekannt - war der Hammer! Würde mich auch mal interessieren wie das abgelaufen ist, insbesondere, was man mit dem Wagen gmacht hat - lebt das Dingen noch, oder wurde es letztendlich als Hartziel im Schießgelände für die Artillerie verwendet
